Business-Netzwerk Microsoft kauft LinkedIn

Der Softwarekonzern übernimmt das Karrierenetzwerk LinkedIn. Kaufpreis: 26,2 Milliarden Dollar. Anleger zeigen sich zunächst wenig begeistert - die Microsoft-Aktie fällt zum Auftakt des Handels um rund vier Prozent.
LinkedIn-Logo

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Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Das Karrierenetzwerk LinkedIn wird von Microsoft   übernommen. Der Xing-Konkurrent werde dabei insgesamt mit 26,2 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro) bewertet, teilten die Unternehmen mit. In dieser Summe sind auch die Bargeld-Reserven von LinkedIn eingerechnet.

Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wie der Softwarekonzern mitteilte. LinkedIn werde auch nach der Transaktion eine eigene, unabhängige Marke bleiben. Jeff Weiner soll CEO von LinkedIn bleiben. "Der heutige Tag ist wie eine Neugründung für LinkedIn", sagte der Gründer und Großaktionär von LinkedIn, Reid Hoffman.

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Microsoft möchte sich mit dem Kauf von einem Software-Konzern verstärkt hin zu einem Anbieter für Cloud-Computing und Dienstleistungen entwickeln. Das Unternehmen versucht damit, dem Rivalen Google, aber auch dem sozialen Netzwerk Facebook Konkurrenz zu machen.

"Der Deal vereint die weltweit führende professionelle Cloud und das global führende berufliche Netzwerk", sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Auch die Bürosoftware Office 365 und Dynamics werde mit dem Kauf wachsen - "weil wir jeden Menschen und jedes Unternehmen auf der Welt damit ausstatten wollen".

Microsofts Offerte beläuft sich auf 196 Dollar je LinkedIn-Aktie. Das ist ein Aufschlag von 49,5 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag. Im Vergleich zu Kursen im vergangenen Jahr ist es allerdings noch ein Schnäppchen: Die LinkedIn-Aktie hatte zeitweise über 260 Dollar notiert.

Aktien von LinkedIn und Xing steigen kräftig

Anleger zeigten sich in einer ersten Reaktion nicht überzeugt von dem Deal: Die Microsoft-Aktie fiel zum Auftakt des US-Handels um rund vier Prozent. LinkedIn-Papiere dagegen zogen um rund 48 Prozent auf 193,80 Dollar an. Auch Xing-Aktien profitieren von dem Deal. Zunächst stiegen sie um knapp 11 Prozent. Im weiteren Verlauf betrug das Plus knapp 7 Prozent.

Bei LinkedIn können sich Nutzer in beruflichen Profilen vorstellen, nach neuen Jobs Ausschau halten und mit anderen Mitgliedern vernetzen. Unternehmen nutzen das Portal unter anderem für die Suche nach Mitarbeitern. Im ersten Quartal 2016 kletterte die weltweite Nutzerzahl von 414 auf 433 Millionen. Im deutschsprachigen Raum kommt LinkedIn auf über acht Millionen Mitglieder.

msc/sep/Reuters/dpa/AFP