Softwarekonzern Microsoft schließt weltweit nahezu alle Läden

Sie sollten den Apple-Stores Konkurrenz machen, doch der erwartete Erfolg blieb aus: Microsoft will seine Produkte künftig nicht mehr in eigenen Geschäften verkaufen.
Microsoft-Laden in Boston (Archivbild): 82 Läden sollen geschlossen werden

Microsoft-Laden in Boston (Archivbild): 82 Läden sollen geschlossen werden

Foto: Steven Senne/ AP

Weltweit betreibt Microsoft 82 eigene Läden - doch damit soll nun Schluss sein. Der Softwarekonzern kündigte an , sich aus dem Einzelhandel zurückzuziehen. Die Läden sollen geschlossen werden. Nur die Stores London, New York, Sydney und in der Nähe der Firmenzentrale in Redmond sollen als "Microsoft Experience Center" erhalten bleiben, in denen dann aber auch keine Waren mehr verkauft werden.

Wie viele Arbeitsplätze von den Maßnahmen betroffen sein werden, sagte Microsoft nicht. Der Konzern kündigte an, Mitglieder des Einzelhandelsteams würden weiterhin Kunden von den Microsoft-Unternehmensstandorten aus betreuen und aus der Ferne Verkauf, Schulung und Support anbieten.

Microsoft hatte im Jahr 2009 damit begonnen, den Erfolg der zahlreichen Apple Stores in den USA mit einer Kette von Einzelhandelsgeschäften nachzuahmen. Dort wurden Microsoft-Produkte wie die Surface-Rechner oder die Spielekonsole Xbox verkauft, aber auch Geräte von Herstellern wie Dell, HP und Lenovo. Außerdem wurden dort neue Technologien wie die Augmented-Reality-Brille Hololens präsentiert.

Smartphones fehlten als Umsatztreiber

An den wirtschaftlichen Erfolg der Apple Stores konnten die Microsoft Stores aber nie heranreichen, auch weil Microsoft nach der Einstellung der Windows Phones nicht mehr über eigene Smartphones verfügte, während das iPhone die Geschäfte in den Apple-Läden antrieb.

72 Stores befanden sich in den USA, der Rest in Kanada, Australien und Großbritannien. In Deutschland war Microsoft nicht mit eigenen Läden präsent. Der Showroom des Konzerns in Berlin ist von den Sparmaßnahmen dementsprechend nicht betroffen. Auch die Online-Aktivitäten laufen weiter: Microsoft werde weiterhin in seine digitalen Shops auf Microsoft.com und in Shops für Xbox und Windows investieren und damit jeden Monat mehr als 1,2 Milliarden Menschen in 190 Märkten erreichen, teilte das Unternehmen mit.

kko/dpa
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