Harte U-Haft Middelhoff soll 28 Tage nicht geschlafen haben

Die Anwälte von Thomas Middelhoff erheben Vorwürfe gegen die Justiz. Ihr Mandant habe in der Untersuchungshaft 672 Stunden nicht schlafen dürfen - weshalb er schwer erkrankt sei.
Thomas Middelhoff bei Gericht in Essen (Archiv): 28 Tage Schlafentzug

Thomas Middelhoff bei Gericht in Essen (Archiv): 28 Tage Schlafentzug

Foto: AP/dpa

Thomas Middelhoff soll während seiner Untersuchungshaft in der JVA Essen über einen Monat lang tags und nachts alle 15 Minuten geweckt worden sein. "Von Mitte November bis Mitte Dezember wurde er in seiner Zelle ständig kontrolliert, weil die Essener Justiz eine Selbstmordgefahr sah", schreibt die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Middelhoffs Anwälte.

In einer Haftbeschwerde erklärten die Anwälte demnach, dass bislang kein Fall bekannt sei, in dem ein Häftling derart lange so behandelt worden sei - insgesamt 672 Stunden, also 28 Tage.

Die Juristen bezweifelten zudem, dass ihr Mandant überhaupt selbstmordgefährdet gewesen sei. Der Chef des Gefängnisses, Alfred Doliwa, weist dies dem Bericht zufolge zurück: "Wenn jemand alles zu verlieren droht, ist das der typische Fall eines Bilanz-Selbstmordes."

Deshalb habe er die "unregelmäßige Beobachtung in Zeitabständen von höchstens 15 Minuten rund um die Uhr" angeordnet. "Das Leben des Gefangenen hat Vorrang. Was wäre denn passiert, wenn sich Herr Middelhoff etwas angetan hätte?", zitiert die "BamS" den Gefängnischef.

Nach Informationen der Zeitung soll das ständige Wecken die Ursache für eine schwere Krankheit sein, an der Middelhoff mittlerweile leide: die seltene Autoimmunkrankheit Chilblain Lupus.

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