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09. September 2013, 14:02 Uhr

Ex-Arcandor-Chef

Gericht verdonnert Middelhoff zu Millionenzahlung

Es geht um Sonderzahlungen, Flugabrechnungen und Sponsoring-Verträge: Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff soll nach einer Gerichtsentscheidung rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter des ehemaligen Handelskonzerns zahlen.

Essen - Auf den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff kommt nach einem Gerichtsurteil eine Millionenzahlung zu. 3,4 Millionen Euro müsse Middelhoff an den Arcandor-Insolvenzverwalter zahlen, entschied das Landgericht Essen am Montag. Dabei gehe es um Sonderboni, die gezahlt worden waren, obwohl Middelhoffs Abschied von Arcandor feststand, einen Sponsoring-Vertrag mit der Universität Oxford, dem der Vorstand nicht zugestimmt habe, und Flüge, die Middelhoff zu Unrecht Arcandor in Rechnung gestellt habe, sagte der Vorsitzende Richter Michael Dickmeis am Montag. Auch andere ehemalige Arcandor-Manager wurden zu teilweise hohen Zahlungen verpflichtet.

Geklagt gegen Middelhoff und andere Manager hatte in dem Zivilverfahren der Arcandor-Insolvenzverwalter. Er forderte Schadenersatz in Höhe von insgesamt knapp 24 Millionen Euro - der Löwenanteil von 16 Millionen Euro entfiel dabei auf Middelhoff. Die Klage richtete sich gegen Sonderboni und überhöhte Abfindungen, die aus Sicht des Insolvenzverwalters Hans-Gerd Jauch zu Unrecht ausbezahlt wurden. Zudem habe Middelhoff zu Unrecht Flugkosten bei Arcandor abgerechnet - die Flüge seien aber auch privat genutzt worden. Die Beklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller kündigte bereits an, gegen die Entscheidung des Landgerichts Essen vorgehen zu wollen - wenn nötig bis zum Bundesgerichtshof.

Der frühere Bertelsmann-Manager Middelhoff hatte 2004 beim Arcandor-Vorläufer KarstadtQuelle den Aufsichtsratsvorsitz übernommen, 2005 wechselt er an die Konzernspitze. Er verkaufte neben den Immobilien alle Verlustbringer wie Hertie, SinnLeffers und Wehmeyer - und träumte öffentlich von einem Aktienkurs in einer Höhe von "40 Euro plus X". Arcandor schlitterte dennoch in die Pleite, der Warenhausriese Karstadt ging später an den Milliardär Nicolas Berggruen. In Folge der Pleite gibt es zahlreiche juristische Auseinandersetzungen.

nck/Reuters

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