Miese Geschäfte Deutsche Bank frustriert Märkte mit Doppel-Schock

Höhere Belastungen aus der Übernahme der Postbank und schlechte Geschäfte im Investmentbanking: Die Deutsche Bank überrascht die Märkte gleich mit zwei schlechten Nachrichten. Weil das Institut im dritten Quartal wohl Miese macht, verliert die Aktie fast fünf Prozent.

Josef Ackermann: Kapitalerhöhung für die Postbank und "Basel III"
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Josef Ackermann: Kapitalerhöhung für die Postbank und "Basel III"


Frankfurt - Die Deutsche Bank ist traditionell ein Überbringer eher guter Nachrichten. Das galt besonders auch in der Finanzkrise. Doch nun ist das größte deutsche Geldhaus in die roten Zahlen gerutscht. Zum einen, weil die Belastung aus der Postbank-Übernahme inzwischen in die Milliarden geht. Zum anderen, weil die Geschäfte im Investmentbanking schlechter laufen.

Da der Gewinn im Kernbereich der Bank im dritten Quartal deutlich gesunken sei, könne die vor einer Woche bekanntgegebene Abschreibung auf die bereits gehaltenen Anteile an der Postbank Chart zeigen nicht ausgeglichen werden, hieß es. Die Deutsche Bank Chart zeigen erwartet daher im dritten Quartal einen Verlust nach Steuern, wie aus am Dienstag veröffentlichten Unterlagen zur laufenden Kapitalerhöhung hervorgeht.

"Dass die Übernahme der Postbank das Ergebnis der Deutschen Bank belastet, kommt eigentlich nicht überraschend und wurde bereits mitgeteilt", sagte ein Händler. Offenbar hätten einige Anleger aber nicht realisiert, dass das zu roten Zahlen führen werde. Am Aktienmarkt wurden vor allem aber die Aussagen zum Investmentbanking negativ aufgenommen. Das Papier der Deutschen Bank drehte am Dienstagnachmittag ins Minus. Bis zum Handelsende verlor es 4,54 Prozent auf 44,75 Euro - das war der tiefste Stand seit Anfang Juli.

Die Deutsche Bank hatte bereits am Montagabend mitgeteilt, dass sie aus der vor einer Woche bekanntgegebenen Kapitalerhöhung etwas mehr einnehmen wird. Statt der in Aussicht gestellten 9,8 Milliarden fließen dem größten deutschen Kreditinstitut nun 10,2 Milliarden Euro zu. Dabei werden 308,6 Millionen neue Aktien angeboten, der Preis je Aktie wurde auf 33 Euro festgelegt. Am 6. Oktober sollen dann die neuen Aktien an den Börsen in Deutschland gehandelt werden.

Postbank-Kauf kurz vor Lehman-Pleite vereinbart

Die Übernahme der Postbank kommt das Institut teuer zu stehen. Zum einem muss sie die Bilanz der Postbank kräftig aufpolieren, um sie an den eigenen Standard heranzuführen. Zum anderen fällt auf die Anteile an der Postbank, die sie bereits hält, eine Abschreibung von rund 2,3 Milliarden Euro an. Insgesamt verschlingt die Postbank-Übernahme mit acht Milliarden Euro den Löwenanteil der größten Kapitalerhöhung in der Geschichte der Deutschen Bank.

An der Postbank hält die Deutsche Bank bereits 30 Prozent. Die Deutsche Post besitzt noch knapp 40 Prozent, tritt diese aber in den kommenden Jahren im Rahmen mehrerer Transaktionen an die Deutsche Bank ab. Die Deutsche Bank hatte sich im Spätsommer 2008 - kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - mit der Post auf den Kauf der Postbank verständigt. Wegen der Finanzkrise wurden die Bedingungen der Transaktion teilweise angepasst.

Experten rechnen aufgrund der ebenfalls vor einer Woche bekanntgewordenen neuen Regeln für Banken ("Basel III") mit einer Welle von Kapitalerhöhungen in den kommenden Monaten und Jahren. Ackermann hatte dagegen vor einer Woche betont, dass sein Haus wegen "Basel III" nicht noch einmal an den Kapitalmarkt müsse und die neuen Vorschriften bereits Ende 2013 erfüllen werde.

böl/dpa-AFX/Reuters



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