Bericht Wohnen in deutschen Großstädten jährlich sechs Prozent teurer

Die Mietkosten in Deutschlands größten Städten stiegen laut einem Regierungsbericht zuletzt um sechs Prozent - pro Jahr. Ärmere Haushalte trifft der Anstieg demnach besonders hart.

Wohnungen in Berlin
Paul Zinken / DPA

Wohnungen in Berlin


Zwischen 2016 und 2018 sind die Kosten für Mieter um jährlich fünf Prozent gestiegen. Das geht aus dem Wohngeld- und Mietenbericht der Regierung hervor. Sie muss dem Bundestag den Bericht zu Wohngeld und Mieten alle zwei Jahre vorlegen.

In den "Metropolkernen" der 19 größten deutschen Städte erhöhten sich die Mieten demnach sogar um jährlich rund sechs Prozent. Allerdings treffen die Steigerungen die Mieter je nach Region höchst unterschiedlich.

Bei Erst- und Wiedervermietungen reicht die Spannbreite der Nettokaltmieten laut dem Bericht von durchschnittlich 4,50 Euro pro Quadratmeter im Vogtlandkreis bis zu 17,73 Euro pro Quadratmeter in München.

Die durchschnittlichen Angebotsmieten lagen 2018 laut Bericht in den Metropolen bei 10,88 Euro pro Quadratmeter, in weiteren kreisfreien Städten und in städtischen Kreisen habe das mittlere Niveau gut drei Euro darunter gelegen. In den ländlichen Kreisen wurden Wohnungen im Schnitt für unter 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Armutsgefährdete Mieter treffen die steigenden Kosten demnach besonders heftig. Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1300 Euro müssen bereits 46 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete ausgeben, heißt es im Bericht. Haushalte mit Einkommen von über 4500 Euro monatlich hätten dagegen nur "unterdurchschnittliche Anteile der Mietausgaben in Höhe von 17 Prozent".

Dem Bericht zufolge bekam zuletzt mehr als jeder zehnte Haushalt in Deutschland Hilfen vom Staat bei den Wohnkosten. Wohngeld und Kosten von Unterkunft und Heizung für Hartz-IV-Empfänger summierten sich im Jahr 2017 für den Staat auf rund 17,5 Milliarden Euro, rund 4,4 Millionen Haushalte erhielten Hilfen.

Das Wohngeld soll zum Jahr 2020 reformiert werden. Dann sollen mehr Haushalte profitieren, die Zuschüsse sollen steigen.

fek/AFP/dpa



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