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Kaufhaus-Drama: Karstadt kämpft ums Überleben

Foto: Fabian Bimmer/ AP

Mietstreit Karstadt-Investor Berggruen ruft Politik um Hilfe

Die Politik soll's richten: Weil der Karstadt-Verkauf stockt, will Investor Nicolas Berggruen Berlin einschalten. Das Arbeits- und das Wirtschaftsministerium sollen einen Mietnachlass für die Warenhäuser unterstützen - sonst drohten 25.000 Jobs in Deutschland verloren zu gehen.

Düsseldorf/Essen - Seit Wochen wird über niedrigere Karstadt-Mieten verhandelt, gestritten, gerangelt - doch immer noch gibt es keine endgültige Lösung für den Warenhauskonzern. Jetzt soll die Politik die festgefahrenen Gespräche zwischen dem Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet wieder in Schwung bringen. "Wir wollen, wenn es nicht weitergeht, in den nächsten Tagen die deutsche Regierung ansprechen, damit sie als Vermittler auf die Verantwortlichen einwirkt", sagte Berggruen dem "Handelsblatt". "Auch sie sollte ein Interesse daran haben, Karstadt zu retten."

Berggruen verhandelt seit mehr als drei Wochen mit dem Vermieter, bislang ohne Einigung. Der Investor fordert von dem Immobilienfonds, dem 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser gehören, deutliche Mietsenkungen und Änderungen in den Mietverträgen.

Berggruens stichhaltigstes Argument für eine Einmischung der Politik sind die Jobs, die von der Rettung des Konzerns abhängen. 25.000 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel, sagte der Investor. "Es muss jemand für Deutschland und Karstadt aufstehen. Das kann am Ende des Tages nur die Politik sein. Wir haben unseren Teil getan. Wir verlangen keine finanzielle Hilfe. Aber das Pokerspiel muss aufhören", sagte er.

Wirtschaftsministerium: "Das ist keine Sache des Staates"

Berggruen ist laut "Handelsblatt" bereits mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) im Gespräch. Beide sollen ihren Einfluss auf Goldman Sachs-Deutschland-Chef Alexander Dibelius und Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann geltend machen. Die Banken spielen im Vermieter-Konsortium Highstreet eine führende Rolle.

Das Wirtschaftsministerium bestätigte ein Telefonat zwischen Berggruen und Brüderle, betonte jedoch, dass sich die Regierung nicht als Vermittler sieht. "Das ist keine Sache des Staates", sagte eine Sprecherin.

yes/Reuters/dpa