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20. November 2016, 11:07 Uhr

Konkurrenz bei Mietwagen

Weltmarktführer Enterprise greift Sixt an

Jahrelang war der US-Riese Enterprise keine Gefahr für die Münchner Mietwagenfirma Sixt. Nun plant der weltgrößte Autoverleiher mit Marken wie Alamo eine Attacke in Deutschland - und damit auf den hiesigen Marktführer.

Er ist der weltgrößte Mietwagenkonzern - doch fast zwanzig Jahre nach seinem Start in Deutschland ist Enterprise hierzulande so gut wie unbekannt. Nun setzt das US-Unternehmen dazu an, den deutschen Autoverleihmarkt endlich zu knacken - und attackiert damit direkt den Marktführer Sixt aus München.

Der Konzern mit den Marken Alamo, Enterprise und National hat sein Marketing in Europa verstärkt, will an Flughäfen mehr Autos vermieten, mit längeren Geschäftszeiten Kunden anlocken und lukrativere Tarife einführen. Das zeigt die Strategie, die Enterprise in seiner im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz vorstellt.

Während Mietwagenfirmen wie Sixt derzeit zum Spurt im Ausland ansetzen, um ihr Geschäft anzukurbeln, versucht Enterprise dasselbe in Deutschland. "Wir haben klare Ziele und erwarten ein zweistelliges Umsatzwachstum im kommenden Jahr", zitiert die Zeitung "Die Welt" Angaben des US-Konzerns. Ein neuer Deutschlandchef, eine andere Rechtsform, die Anbindung an eine Zwischenholding in den Niederlanden flankierten das Vorhaben.

Auch wenn Unternehmer Erich Sixt zuletzt über die Schwäche des US-Konzerns in Deutschland spottete - Enterprise ist weltweit zehnmal größer als der deutsche Platzhirsch, hat fast 2 Millionen Fahrzeuge in seiner Flotte und wird in den USA von vielen Kunden vor allem wegen seines guten Services, dem engen Draht zu Versicherungen bei Unfällen, Ersatzwagen und starken Absicherung des Unternehmens favorisiert.

In Deutschland brachte der US-Konzern sein Geschäft dennoch bislang nicht ins Rollen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 gelang Enterprise in Deutschland zwar ein Umsatzplus von 6,3 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro. Doch der Konzern sackte auf 9,3 Millionen Euro Nettoverlust ab - 26 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern hierzulande nun das Minus auf rund 3,3 Millionen Euro eindämmen. Helfen soll dabei auch der Ausbau des Lieferwagengeschäfts, von dem sich Enterprise kräftiges Wachstum verspricht.

kig

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