Konkurrenz bei Mietwagen Weltmarktführer Enterprise greift Sixt an

Jahrelang war der US-Riese Enterprise keine Gefahr für die Münchner Mietwagenfirma Sixt. Nun plant der weltgrößte Autoverleiher mit Marken wie Alamo eine Attacke in Deutschland - und damit auf den hiesigen Marktführer.

Enterprise-Filiale
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Er ist der weltgrößte Mietwagenkonzern - doch fast zwanzig Jahre nach seinem Start in Deutschland ist Enterprise hierzulande so gut wie unbekannt. Nun setzt das US-Unternehmen dazu an, den deutschen Autoverleihmarkt endlich zu knacken - und attackiert damit direkt den Marktführer Sixt aus München.

Der Konzern mit den Marken Alamo, Enterprise und National hat sein Marketing in Europa verstärkt, will an Flughäfen mehr Autos vermieten, mit längeren Geschäftszeiten Kunden anlocken und lukrativere Tarife einführen. Das zeigt die Strategie, die Enterprise in seiner im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz vorstellt.

Während Mietwagenfirmen wie Sixt derzeit zum Spurt im Ausland ansetzen, um ihr Geschäft anzukurbeln, versucht Enterprise dasselbe in Deutschland. "Wir haben klare Ziele und erwarten ein zweistelliges Umsatzwachstum im kommenden Jahr", zitiert die Zeitung "Die Welt" Angaben des US-Konzerns. Ein neuer Deutschlandchef, eine andere Rechtsform, die Anbindung an eine Zwischenholding in den Niederlanden flankierten das Vorhaben.

Auch wenn Unternehmer Erich Sixt zuletzt über die Schwäche des US-Konzerns in Deutschland spottete - Enterprise ist weltweit zehnmal größer als der deutsche Platzhirsch, hat fast 2 Millionen Fahrzeuge in seiner Flotte und wird in den USA von vielen Kunden vor allem wegen seines guten Services, dem engen Draht zu Versicherungen bei Unfällen, Ersatzwagen und starken Absicherung des Unternehmens favorisiert.

In Deutschland brachte der US-Konzern sein Geschäft dennoch bislang nicht ins Rollen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 gelang Enterprise in Deutschland zwar ein Umsatzplus von 6,3 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro. Doch der Konzern sackte auf 9,3 Millionen Euro Nettoverlust ab - 26 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern hierzulande nun das Minus auf rund 3,3 Millionen Euro eindämmen. Helfen soll dabei auch der Ausbau des Lieferwagengeschäfts, von dem sich Enterprise kräftiges Wachstum verspricht.

kig

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insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
lhr 20.11.2016
1.
Alamo ist einfach kein guter Name für eine Mietwagenfirma, zumindest nicht im deutschsprachigen Raum.
eugler 20.11.2016
2. nicht der Mietpreis ist enntscheidend
Ich habe zuvor günstigere Marktteilnehmer genutzt und am Ende häufig an Nerven und Geld draufgezahlt. Bei SIXT musste ich noch nie Abschleppkosten zahlen, weil der Vermieter keine eigenen Parkplätze hatte, nie die Kosten für Defekte meiner Vormieter tragen und bei Prozessbedingten unpassendem Angebot den gleichen Preis zahlen. Enterprise hingegen hat nach meine persönlichen Erfahrung in den Bereichen großen Nachholebedarf. Das wird bei billig Ablegern sicher nicht besser.
WWW-Schizo 20.11.2016
3. Öffnungszeiten
Jedesmal vergleiche ich Europcar, Sixt und Enterprise. Sixt hat jedesmal die besten Transporter-Mietpreise, Enterprise die besten Auto-Mietpreise, die allerdings nichts nützen, weil die Station nur folgende Öffnungszeiten hat: Montag 07:30–18:00 Dienstag 07:30–18:00 Mittwoch 07:30–18:00 Donnerstag 07:30–18:00 Freitag 07:30–18:00 Samstag Geschlossen Sonntag Geschlossen Dagegen Europcar: Montag 07:00–19:00 Dienstag 07:00–19:00 Mittwoch 07:00–19:00 Donnerstag 07:00–19:00 Freitag 07:00–19:00 Samstag 08:00–12:00 Sonntag 08:00–12:00 Die Folge ist das ich jedesmal bei Europcar buchen muss, obwohl der Preis dort höher ist...
quark2@mailinator.com 20.11.2016
4.
Nach der Überschrift könnte man ja glatt hypernationalistisch zur Verteidigung in die Gräben springen ... wenn in DE die Mietwagenpreise nicht so absurd überhöht wären. Eine totale Frechheit und angesichts der vielen vielen Preisabsprachen, die in den letzten Jahrzehnten so bekannt wurden, darf man ja da mal zweifeln, oder ? In jedem Fall ist Konkurenz schwer zu begrüßen, wenngleich zu befürchten steht, daß es am Ende wieder nur darauf rausläuft, daß ein neues Monopol entsteht. Marktwirtschaft ohne Konkurenz ist keine.
ctwalt 20.11.2016
5. Zumindest in Kiel
könnte Sixt seinen Service dahingehend verbessern, dass der Standort nicht nur per taxi für € 20,- zu erreichen ist...... Zentrale Flächen für wenig Geld gibt es in Kiel zu Hauf. Am Ende zählen bei Leigwagenfirmen Angebot, Preis und Standort und das ist in Kiel verbesserungbedürftig.
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