Militär-Airbus Spanien verkündet Einigung im Streit über A400M-Finanzierung

Seit Monaten ringen EADS und die sieben Käuferstaaten darum, wer die milliardenschweren Mehrkosten für den A400M trägt. Jetzt ist nach Angaben von Spaniens Verteidigungsministerin Chacón eine Einigung erzielt worden.

Airbus A400M beim Jungfernflug: Mehrkosten von 11,2 Milliarden Euro
AFP

Airbus A400M beim Jungfernflug: Mehrkosten von 11,2 Milliarden Euro


Palma de Mallorca - Der EADS-Konzern und die sieben Käuferstaaten haben am Mittwoch eine Grundsatzeinigung über die Finanzierung der Mehrkosten für den Militärtransporter Airbus A400M erzielt. Das teilte die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacón am Mittwoch mit.

"Ich bin sehr zufrieden über die Grundsatzeinigung der Teilnehmerländer", sagte Chacón in Palma de Mallorca. Am Donnerstag werde es Diskussionen der zuständigen Staatssekretäre über technische Details geben. Finanzielle Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Der Streit ging zuletzt um eine Finanzierung von 400 Millionen Euro. "Wir werden mit Sicherheit morgen Details bekanntgeben", kündigte die Ministerin bei dem informellen Treffen der EU- Verteidigungsminister auf der spanischen Ferieninsel an.

Der Transporter ist gegenwärtig Europas wichtigstes Rüstungsprojekt, hat aber bereits eine mehrjährige Verspätung. Die sieben Käuferländer, darunter Deutschland, und der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS müssen Experten zufolge insgesamt etwa 11,2 Milliarden Euro Mehrkosten aufteilen. EADS hat verhandlungsnahen Kreisen zufolge bislang gut 6 Milliarden Euro übernommen.

Von den verbleibenden 5,2 Milliarden wollen die Regierungen nach bisherigem Stand etwa 2 Milliarden Euro übernehmen und 1,5 Milliarden an Krediten anbieten, wobei noch nicht klar ist, ob das Paket den Welthandelsregeln entspricht, wie Insider betonten. Da EADS die Übernahme weiterer 800 Millionen Euro angeboten habe, bleibe eine Finanzierungslücke von 900 Millionen.

500 Millionen davon könnten durch das Inkrafttreten sogenannter Eskalationsklauseln aufgebracht werden, durch die EADS mehr Geld etwa für Rohstoffpreise erhielte. Außerdem könnte die Sonderausstattung für das bodennahe Fliegen, die bislang nur Deutschland verlangt, verschoben werden.

ssu/AFP/dpa



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