Milliardärsclan Finck-Sohn Helmut will seine Halbbrüder enterben lassen

Der Clan gehört zu den reichsten Familien der Welt - doch Helmut von Finck fühlt sich um ein gigantisches Vermögen betrogen. Jetzt will der Sohn des verstorbenen Milliardärs August von Finck nach SPIEGEL-Informationen seine beiden Halbbrüder enterben lassen.

Hamburg - Er ist der Sohn des 1980 verstorbenen Milliardärs und Bankiers August von Finck. Nun will Helmut von Finck seine beiden Halbbrüder enterben lassen und das Vermögen des Clans neu ordnen. Dieser Tage soll nach Informationen des SPIEGEL beim Münchner Landgericht eine entsprechende Klage eingereicht werden. Er wolle endlich "aus dieser Opferrolle raus", sagte Finck dem SPIEGEL.

Hinter ihm stehen offenkundig vermögende Unternehmer und mehrere Anwälte, die im Falle eines Prozesserfolgs ein Stück des Vermögens haben wollen. Gemeinsam wollen sie einen 25 Jahre alten Vertrag für nichtig erklären lassen, mit dem Helmut von Finck einst für 65 Millionen Mark auf den Großteil seines Erbes verzichtet hat.

Seine Gegner sind August und Wilhelm von Finck junior, Sohn des 2003 verstorbenen Halbbruders Wilhelm. "Ich war immer das schwarze Schaf", sagt Helmut, der sich um ein gigantisches Vermögen betrogen fühlt. Der Clan zählt heute zu den reichsten Familien der Welt.

Große Teile des Geldes liegen mittlerweile in der Schweiz, wo die Fincks Traditionskonzerne wie die Restaurantkette Mövenpick, die Industriegruppe Von Roll und den Warenprüfer SGS kontrollieren. Die Familien besitzen Ländereien, Aktienpakete und mittlerweile sogar wieder eine Bank, nachdem sie einst ihr Geldinstitut Merck Finck & Co an die britische Barclays verkauften. Damit hätten sie "gegen das Testament meines Vaters verstoßen", sagt Helmut von Finck.

Bei der Finckschen Hauptverwaltung in München war für eine Stellungnahme zu der angekündigten Klage niemand zu erreichen. Auch die Anwälte äußerten sich gegenüber dem SPIEGEL nicht.

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