Milliarden-Deal Hochtief sticht ACS bei Golden-Gate-Zufahrt aus

Die Golden-Gate-Brücke ist das Wahrzeichen San Franciscos - nun baut der Hochtief-Konzern eine neue Zufahrt. Die Essener setzten sich bei dem Milliardenauftrag gegen ACS durch. Ausgerechnet das spanische Unternehmen will den deutschen Konkurrenten übernehmen.

Golden-Gate-Brücke: 2,5 Kilometer lange Zufahrt geplant
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Golden-Gate-Brücke: 2,5 Kilometer lange Zufahrt geplant


Essen - Hochtief steht vor einem lukrativen Auftrag in Nordkalifornien. Der Konzern soll den Zuschlag zum Bau einer neuen Zufahrt zur Golden-Gate-Brücke erhalten. Wie Hochtief am Donnerstag mitteilte, haben das kalifornische Verkehrsministerium und die Verkehrsbehörde San Francisco eine entsprechende Absichtserklärung veröffentlicht.

Den Auftrag im Umfang von einer Milliarde Dollar soll Hochtief zusammen mit dem zweiten Partner Meridiam Infrastructure übernehmen.

Das Konsortium soll die 2,5 Kilometer lange südliche Zufahrt Presidio Parkway planen, bauen und betreiben. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger habe die Projektmittel bereits freigegeben, hieß es.

Um den Auftrag hat sich nach Hochtief-Angaben auch ein Konsortium mit der Golden Gate Access Group um den spanischen Baukonzern ACS bemüht. Spätestens im Dezember soll den weiteren Angaben zufolge der offizielle Zuschlag erfolgen.

Der Hochtief-Großaktionär ACS versucht derzeit, den deutschen Baukonzern zu übernehmen. Um dies zu verhindern, kündigte Hochtief am Donnerstag an, beim australischen Kontrollgremium für Übernahmen um Hilfe zu bitten.

ACS spekuliert auf australische Hochtief-Tochter

Der Essener Konzern fürchtet, dass es die Spanier im Endeffekt nur auf die australische Tochter Leighton abgesehen haben, die als Schmuckstück der Firmengruppe gilt. Die deutschen Teile des Hochtief-Konzerns hingegen hätten unter spanischer Führung eine ungewisse Zukunft. Management und Gewerkschafter fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen.

Mit der Anrufung des Takeover Panel wollen die Essener nun ACS zu einem Übernahmeangebot auch für die australische Hochtief-Tochter Leighton zwingen. Damit würde die Übernahme für die Spanier deutlich teurer. Hochtief hält 54,5 Prozent an Leighton.

Leighton hatte bereits bei der australischen Börsenaufsicht ASIC Schutz für seine Minderheitsaktionäre beantragt. Diese entschied indes, ACS nicht selbst zu einem Übernahmeangebot für Leighton zu verpflichten. Damit machte sie den Weg für Hochtief frei, das Takeover Panel anzurufen.

jok/dpa/dapd

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insgesamt 8 Beiträge
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Systemrelevanter 22.10.2010
1. Wettbewerb
Wer war gleich das wettbewerbsfähigere Unternehmen?
mark anton, 22.10.2010
2. In anderen Laendern rund um die Welt selbstverstaendlich Schluesselunternehmen nicht
Zitat von sysopDie Golden-Gate-Brücke ist das Wahrzeichen San Franciscos - nun baut der Hochtief-Konzern eine neue Zufahrt. Die Essener setzten sich*bei dem Milliarden-Auftrag*gegen*ACS durch. Das spanische Unternehmen will den deutschen Konkurrenten übernehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,724743,00.html
an meistbietende aus dem Ausland zu verhoekern, nur nicht in D, wie mehrmals Realitaet wurde, wie zB Vodafone an UK, und wichtige pharmazeutische Unternehmen wurden von F geschluckt ohne Gegenwehr der Bundesregierung. Ausverkauf auch auf diesem Gebiet findet statt ohne dass sich Merkel bemuessigt fuehlt, D Interessen zu wahren, wie es bei ihr nun zur Regel, nicht zur Ausnahme stattfindet.
keats 22.10.2010
3. Liegt es am "Berliner Personal" ?
Zitat von sysopDie Golden-Gate-Brücke ist das Wahrzeichen San Franciscos - nun baut der Hochtief-Konzern eine neue Zufahrt. Die Essener setzten sich*bei dem Milliarden-Auftrag*gegen*ACS durch. Das spanische Unternehmen will den deutschen Konkurrenten übernehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,724743,00.html
Wieder so eine "Heuschrecke" wobei der Begriff "Heuschrecke" noch viel zu positiv für den Totengräber ACS ist. So weit ich informiert bin, ist ACS, wie sollte es auch anders sein, bis über beide Ohren, in einem zweistelligen Milliarden Euro-Betrag, verschuldet. Im Gegensatz dazu, soll HochTief nicht nur ausgeglichene Bilanzen haben, sondern, neben nennenswerten Rücklagen, gilt auch die HochTief-Aktie als deutlich unterbewertet (so jedenfalls meine Infos). Was das bedeutet ist doch klar ! Nur wer, bzw. welches kriminelle Bankenkonsortium, stellt ACS trotz drückender Schuldenlast, immer noch weitere Milliarden Kredite zu Verfügung, damit die an der Börse, selbstverständlich mit fremden Geld, zocken können, um sich HochTief einzuverleiben. Sollte das gelingen, sind die Arbeitsplätze bei HochTief kein Pfifferling mehr wert ! Als erstes sind die HochTief-Rücklagen weg und durch Schulden von ACS ersetzt, die sich so "Gesundkaufen" ! Das hatten wir doch alles schon. Kerngesunde innovative Betriebe mit guter Rendite wurden einfach ausgesaugt und zurück blieb ein leeres überschuldetes Gerippe und von den Politikern hört man dann, nun ja so funktioniert halt die Marktwirtschaft, nur stimmt das so nicht, weil das keine Marktwirtschaft ist, sonder es sich um Auswüchse des Kapitalismus handelt, genannt Neoliberalismus. Wie immer sind die Leidtragenden die Beschäftigten, die diesen gesunden Betrieb erst wirklich geschaffen haben, der ihnen nun unter der Hand dahinsiecht. Wieso gelingt den Franzosen (u. auch den Spaniern) solche feindlichen Angriffe, bzw. tödliche Infektionen, zu verhindern und uns in D nicht? Warum ist das dann in D. Protektionismus und in Frankreich (u.a. Spanien) nicht ? Liegt es am "Berliner Personal", z.B. am (warmen) Brüderle, dem die span. Cochones fehlen, oder an was? Ach ja, ich vergas, der Sachverhalt ist ja so kompliziert, das kann nur die selbsternannte Möchtegern Elite aus Politikern und Unternehmern so "richtig" verstehen, die Bevölkerung ist doch wieder einmal zu blöd, so eine gängige "Erklärung"!
derlabbecker 22.10.2010
4. dachte mal....
... Kalifornien is Pleite..... wo hat Arnie denn nu 1 Mrd her?
lensenpensen 22.10.2010
5. Wie auch immer...
dieser Auftrag für Hochtief gut ist, und ggf. gegen "die Spanier" hilft, ich musste bei einer Formulierung doch sehr schmunzeln. Mitnichten ist dieser Auftrag in Nord-Kalifornien zu verorten. Selbst bei einfachster Recherche via wiki oder google.maps lässt sich feststellen, dass San Francisco so ziemlich in der Mitte des Staates liegt. Mit bestem Gruß in die Runde!!!
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