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Öl-Deal: Rosneft und Exxon hoffen auf schwarzes Gold unter Arktis-Eis

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Milliarden-Deal Russen und Amerikaner starten Mega-Ölprojekt in der Arktis

Es ist ein Abkommen von historischer Bedeutung: Der US-Ölkonzern Exxon und die russische Firma Rosneft haben eine milliardenschwere strategische Partnerschaft vereinbart. Premier Wladimir Putin schwärmt von "neuen Horizonten" für den Energiemarkt.

Moskau - Der staatliche russische Ölförderer Rosneft   und der US-Ölkonzern ExxonMobil   haben sich auf ein milliardenschweres Investment geeinigt. Dabei geht es vor allem um die Erschließung arktischer Gebiete.

Das Abkommen hat ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar und sieht die Erschließung von Vorkommen in der Karasee - einem Teil der Arktis - sowie im Schwarzen Meer vor. Russlands Regierungschef Wladimir Putin sagte bei der Vertragsunterzeichnung in seinem Urlaubsort Sotschi: "Das heutige Ereignis wird sicher von den Weltenergiemärkten begrüßt werden, weil sich dadurch neue Horizonte auftun". Die gesamten Investitionen könnten bis zu 500 Milliarden betragen. Eine Währungseinheit erwähnte der Premier nicht.

Die russischen Nachrichtenagenturen Interfax und Itar-Tass nannten in diesem Zusammenhang US-Dollar, das entspräche der Summe von rund 347 Milliarden Euro. Hingegen sprach die Agentur Ria Nowosti von 500 Milliarden Rubel, umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro, später allerdings einfach von "immensen Summen".

USA und Russland suchen gemeinsam nach Öl

Das Abkommen hat historische Bedeutung: 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges wollen Amerikaner und Russen gemeinsam in die Arktis vorstoßen. Experten vermuten dort gigantische Rohstoffvorkommen, die mit dem Klimawandel und der damit einhergehenden Eisschmelze nun ausgebeutet werden können.

Da Rosneft nicht über die Technologie für Tiefseebohrungen verfügt, hatte der Konzern schon länger nach Partnern für die Erschließung von Ölfeldern in der Arktis gesucht. Vor allem auf russischem Gebiet werden gewaltige Vorkommen vermutet. Bis zu 20 Prozent des weltweit noch unerschlossenen Öls könnten sich nach Schätzung von Experten unter dem arktischen Meeresboden befinden.

Rosneft wird an Exxon-Projekten beteiligt

Im Gegenzug könne Rosneft auch auf ExxonMobil-Feldern in Texas oder im Golf von Mexiko arbeiten, sagte Putin. Auch die Teilnahme an ExxonMobil-Projekten in Drittländern sei möglich. "Das heutige Ereignis wird sicher von den Weltenergiemärkten begrüßt werden, weil sich dadurch neue Horizonte auftun", sagte Putin. Die Vereinbarung sehe auch den Bau eines Forschungszentrums und gemeinsames Training vor.

Im Mai war der britische Ölkonzern BP nach monatelangen Verhandlungen als möglicher Rosneft-Partner ausgeschieden. Die Briten wollten durch ein Joint Venture mit dem russischen Staatskonzern die Milliardenkosten der Ölpest im Golf von Mexiko hereinholen. Mit Exxon hat Rosneft nun einen neuen, starken Partner gefunden: Die Amerikaner sind nach Börsenwert das größte Unternehmen der Welt.

Aktuelle Untersuchungen prognostizieren zwar enorme Kosten bei der Ölförderung in der Arktis - allein schon, weil das Areal schwer zugänglich ist. Trotzdem fasziniert kaum ein Gebiet auf der Welt die Öl- und Gasfirmen derzeit so sehr. Der große Vorteil der Arktis gegenüber den arabischen Staaten: Hier schlummern große Rohstoffvorkommen fernab von politischer Instabilität.

dis/dpa
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