Fotostrecke

Baustellen in Dubai: Bedrohte Architekturvisionen

Foto: STEVE CRISP/ REUTERS

Milliardenengagement Dubai-Krise belastet britische Banken

Die Dubai-Krise könnte für britische Banken zur Bilanz-Bombe werden: Einem Pressebericht zufolge sind die Institute die größte ausländische Gläubigergruppe des in Geldnot geratenen Staatsfonds Dubai World. Allein der Royal Bank of Scotland drohen Ausfälle von bis zu zwei Milliarden Dollar.

London - Großbritanniens Banken drohen hohe Verluste. Die Institute tragen offenbar die höchsten Risiken des in Geldnot geratenen Staatsfonds Dubai World. Die Kreditinstitute seien mit rund fünf Milliarden Dollar in Dubai World engagiert, berichtet die "Financial Times" ("FT") unter Berufung auf Banker und Berater.

Größter Geldgeber sei darunter die Royal Bank of Scotland   (RBS) mit Außenständen zwischen einer und zwei Milliarden Dollar. Auf den folgenden Plätzen liegen HSBC  , Standard Chartered   und Lloyds   mit einer Kreditsumme von jeweils rund einer Milliarde Dollar. Die Geldhäuser wollten die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Dubai World, international bekannt vor allem für seine künstlichen Inseln in Palmenform, hatte vergangene Woche für einen Schock an den Märkten gesorgt, als das Konglomerat seine Gläubiger um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub bat. Die Holding hat laut "FT" Schulden von insgesamt 40 Milliarden Dollar. Die Regierung des Emirats Dubai will dafür nicht einstehen.

Dubai World will rund 26 Milliarden Dollar umschichten. Die Pläne umfassten auch die Baufirma Nakheel und den Immobilenkonzern Limitless World. Andere Firmen wie unter anderem Infinity World Holding, die sich als finanziell stabil erwiesen hätten, seien demnach von den Maßnahmen nicht betroffen.

Die Börsen reagierten auf die Umschuldungspläne nervös. Dem Chef der Zentralbank, Sultan Nasser al-Suweidi war es nicht gelungen, die Nervosität der Anleger zu dämpfen. Die Banken hätten ihre Kapitaldecke gestärkt und ihre Widerstandskraft während der Finanzkrise unter Beweis gestellt, erklärte er. Suweidi bekräftigte die Haltung der Zentralbank, die am Sonntag erklärt hatte, sie stehe hinter den Geldinstituten der Vereinigten Arabischen Emirate und habe einen Notfonds für die Banken eingerichtet, um ihre Liquidität zu gewährleisten.

Ackermann warnt nach Dubai vor weiteren Zeitbomben

Die Duubai-Krise ist noch nicht ausgestanden - da warnt Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann schon vor weiteren Erschütterungen der weltweiten Finanzmärkte. Es gebe neben der Dubai-Krise und den bereits bekannten Finanzproblemen in Griechenland "noch einige Zeitbomben", sagte Ackermann auf dem Konjunkturgipfel bei Kanzlerin Angela Merkel nach Angaben aus Regierungskreisen.

Es gehe da vor allem um kleinere Länder, deren Finanzprobleme aber durchaus noch zu Erschütterungen führen könnten. Auch die Immobilienkrise in den USA sei noch nicht gelöst, habe Ackermann betont. Im Mittelpunkt des Treffens stand die drohende Kreditklemme in Deutschland. Geprüft wird jetzt ein Vorschlag Ackermanns zur Schaffung eines Kreditfonds der Finanzwirtschaft.

ssu/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.