Milliardenschaden Beben in Japan belastet deutsche Versicherer

Flughäfen sind zerstört, Ölraffinerien stehen in Flammen und Häuser sind verwüstet: Nach dem schweren Erdbeben in Japan könnte allein der Rückversicherer Munich Re bis zu zwei Milliarden Euro verlieren. 
Raffinerie im japanischen Chiba: Entsetzen auch an den Märkten

Raffinerie im japanischen Chiba: Entsetzen auch an den Märkten

Foto: DPA

München - Das schwere Beben in Japan könnte deutsche Versicherungskonzerne teuer zu stehen kommen: Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rechnet damit, bis zu zwei Milliarden Euro zahlen zu müssen. Ein Beben, das in Japan nur ein Mal in 200 Jahren vorkomme, könnte zu einer solchen Belastung führen, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Freitag bei einer Analystenkonferenz in London. Ob der Erdstoß in Japan ein solch seltenes Großereignis werde, sei noch unklar. Es sei unmöglich, jetzt schon den Schaden zu schätzen, sagte er.

Das Erdbeben mit der Stärke 8,9 im Norden Japans hatte am Freitag einen zehn Meter hohen Tsunami ausgelöst. Die Flutwelle riss an der Küste alles mit sich fort - Autos, Boote, Häuser und Bauernhöfe. Das stärkste Erdbeben in Japan seit 140 Jahren löste auch Erdrutsche aus, zahlreiche Gebäude standen in Brand. Händlern zufolge dürfte die Naturkatastrophe den Rückversicherer stark belasten.

Anleger verkauften ihre Anteilsscheine: Die Münchener-Rück-Aktie   verlor bis zum späten Nachmittag mehr als fünf Prozent. "Die Anleger scheinen nicht damit zu rechnen, dass sich der Kurs der Aktie bald wieder erholt", sagte ein Händler.

Auch bei der Swiss Reinsurance   und der Hannover Rück   ging es in ähnlichem Tempo abwärts. Die Allianz   als Europas größte Assekuranz büßte zeitweise drei Prozent ein. Der Dax   verlor ein Prozent.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück teilte allerdings mit, seine Versicherungsrisiken in Japan teilweise an andere Rückversicherer und den Kapitalmarkt abgegeben zu haben. Dies werde die Belastung des Unternehmens durch das schwere Erdbeben reduzieren, sagte eine Sprecherin des MDax-Konzerns.

Für Versicherer eines der schlimmsten Szenarien

Für die Versicherer und die gesamte Branche gehört ein Erdbeben in Japan zu den schlimmsten Szenarien. Vorstand Torsten Jeworrek sagte, die potentiell größten Belastungen gebe es durch Hurrikane in den USA sowie Stürme in Europa. Danach kämen aber schon Erdbeben in Kalifornien und eben Japan. So verbuchten die Börsen in London und Paris Verluste, genauso wie in Hongkong, Schanghai und der Dow Jones   in New York. Am stärksten traf es den Nikkei-Index   in Tokio, der nach dem Beben kurz vor Börsenschluss um fast zwei Prozent auf 10.254 Punkte abrutschte.

yes/Reuters
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