Millionen-Geldspritze Arabischer Investor soll Air Berlin retten

Air Berlin will sich mit frischem Geld aus Abu Dhabi sanieren. Die arabische Fluggesellschaft Etihad steigt zum größten Einzelaktionär auf. Sie hält künftig fast 30 Prozent an der deutschen Airline, deren Chef Hartmut Mehdorn sammelt so 73 Millionen Euro ein.

Air-Berlin-Chef Mehdorn: Geldgeber gefunden
dpa

Air-Berlin-Chef Mehdorn: Geldgeber gefunden


Berlin - Hartmut Mehdorn ist bei seinen Sanierungsbemühungen bei Air Berlin einen Schritt weiter gekommen. Der Manager holt einen Geldgeber ins Unternehmen. Die arabische Fluggesellschaft Etihad steigt im großen Stil bei Air Berlin ein.

Die Airline des Emirats Abu Dhabi hält bisher knapp drei Prozent an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Im Zuge einer Kapitalerhöhung werde Etihad seine Beteiligung auf 29,21 Prozent ausbauen, teilte Air Berlin mit. Damit wird die arabische Fluggesellschaft größter Einzelaktionär des angeschlagenen deutschen Unternehmens. Insgesamt soll Etihad rund 31,6 Millionen neuer Aktien zu einem Preis von 2,31 pro Stück zeichnen. Air Berlin fließen rund 73 Millionen Euro zu.

Außerdem hätten sich die Araber dazu verpflichtet, die Anteile mindestens zwei Jahre zu halten und keine weiteren Anteile zu erwerben, hieß es. Beide Airlines vereinbarten eine strategische Zusammenarbeit, unter anderem durch gemeinsame Flüge im Rahmen einer sogenannten Code-Share-Vereinbarung. Dadurch ergäben sich allein 2012 Einsparmöglichkeiten von 35 bis 40 Millionen Euro. Bis zum Frühjahr 2012 will Air Berlin Mitglied des Luftfahrtbündnisses Oneworld werden.

Die Ankündigung der Zusammenarbeit mit Etihad gab Air Berlin Chart zeigen bei Investoren ordentlich Schub. Die Aktien kletterten mit einem Plus von 10,6 Prozent im frühen Geschäft an die Spitze im SDax Chart zeigen. "Das ist schon ein Paukenschlag und lässt hoffen, dass Air Berlin mit dieser Partnerschaft zurück in die Erfolgsspur finden wird", sagte ein Händler.

Etihad hatte bereits früher Interesse an Air Berlin

Nach mehreren Verlustjahren in Folge ist die Fluggesellschaft finanziell ausgezehrt. Auch in diesem Jahr zeichnen sich rote Zahlen ab: In den ersten neun Monaten hat Air Berlin einen Nettoverlust von 134 Millionen Euro eingeflogen.

Das manager magazin hatte bereits über die geplante Minderheitsbeteiligung von Etihad an Air Berlin berichtet. Air-Berlin-Chef Mehdorn sucht schon seit Monaten nach einem Investor für die schwer angeschlagene Airline. Dabei traf er im November am Rande der Dubai Air Show unter anderem mit Etihad-Chef James Hogan zusammen.

Etihad, die staatliche Fluglinie des Emirats Abu Dhabi, war schon 2008 an einem Einstieg bei den Deutschen interessiert. Das Vorhaben hatte sich am Ende allerdings zerschlagen, angeblich aus Irritation über das deutsche Gewerkschaftswesen.

mmq/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
j.anus 19.12.2011
1. Der größte Risikofaktor
Zitat von sysopAir Berlin will sich mit frischem Geld aus Abu Dhabi sanieren. Die arabische Fluggesellschaft Etihad steigt zum größten Einzelaktionär auf. Sie hält künftig fast 30 Prozent an der deutschen Airline, diese sammelt so 73 Millionen Euro ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,804525,00.html
ist und bleibt Mehdorn. Er versteht es wie kaum ein anderer ein Unternehmen bis auf das Gerippe einzudampfen, Angst und Terror unter der Belegschaft zu verbreiten, sodaß das Unternehmen, gelähmt, saft- und kraftlos vor sich hin dümpelt.
Bob314 19.12.2011
2. falsche Zahlen
Die angegebenen Passagierkilometer der ersten Grafik (Grafiken: Fakten zur Luftfahrtindustrie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57677.html)) können so wohl nicht stimmen, denn - wie ein kurzes Nachschlagen bei wikipedia (z.B. Lufthansa (http://de.wikipedia.org/wiki/Lufthansa)) zeigt - liegt bereits das Passagieraufkommen der Lufthansa in der Größenordnung von 90 Millionen Passagieren. 120 Millionen Passagierkilometer sind also deutlich zu wenig. Vermutlich sind Milliarden gemeint, oder nicht Passagierkilometer, sonder das Passagieraufkommen ist angegeben. Ich finde es seltsam, dass SPON-Redakteure bei so deutlich verfehlter Größenordnung nicht stutzig werden.
BlakesWort 19.12.2011
3.
Air Berlin wird nicht das einzige Unternehmen bleiben, in das sich ausländische Investoren einkaufen. In den USA sind die vielen Arabischen Öl-Staaten bereits stille Teilhaber an großen Unternehmen. In Deutschland werden es wohl eher die Chinesen sein, die sich verstärkt um "Partnerschaften" mit deutschen Industrieunternehmen bemühen.
bytebox99 19.12.2011
4. Herr Mehdorn ist Teil des Problems !
erst hat Herr Mehdorn die Bahn kaputt gespart , jetzt ist Air Berlin dran.Ja Kosten sparen ist ok, aber muss man gleich alles kaputt machen ? kleines Beispiel : normal ging fast jeden Tag ein Flieger von Paderborn nach Palma und von da aus weiter nach Alicante . Jetzt fliegt zwischen Weihnachten und Neujahr nur noch 1 Maschine und der Hin -Rückflug soll fast 1000,- Euro kosten !! Auch Flüge von Januar bis April sind meist nicht mehr unter 380,- Euro zu bekommen. Viele Kunden die nicht eine billige Pauschalreise gebucht haben können es sich dann bald nicht mehr leisten Ihr Haus bzw Wohnung im sonnigen Spanien zu besuchen / zu nutzen denn wer kann es sich bei den Preisen noch leisten mit 3-5 Personen Air Berlin zu fliegen !! ( Da ist es bald billiger mit dem Auto runter zu fahren ) . und zudem ist bei sehr vielen Kunden der Name Mehdorn immer noch in gaaaaaaanz schlechter Erinnerung !
chris wolfy 19.12.2011
5.
Zitat von Bob314Die angegebenen Passagierkilometer der ersten Grafik (Grafiken: Fakten zur Luftfahrtindustrie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57677.html)) können so wohl nicht stimmen, denn - wie ein kurzes Nachschlagen bei wikipedia (z.B. Lufthansa (http://de.wikipedia.org/wiki/Lufthansa)) zeigt - liegt bereits das Passagieraufkommen der Lufthansa in der Größenordnung von 90 Millionen Passagieren. 120 Millionen Passagierkilometer sind also deutlich zu wenig. Vermutlich sind Milliarden gemeint, oder nicht Passagierkilometer, sonder das Passagieraufkommen ist angegeben. Ich finde es seltsam, dass SPON-Redakteure bei so deutlich verfehlter Größenordnung nicht stutzig werden.
Hi, Sie haben recht, es sind tausende Millionen passenger km und nicht Millionen wie in der SPON Grafik. Der Irrtum von Spiegel glaube ich resultierte daraus dass in der IATA Grafik ein Komma statt einem Punkt die Tausender Einheiten trennt also in US Daten sind die Tausender durch Kommas getrennt (unser Komma ist in US ein Punkt). Zum Erwerb der Anteile generell und Kritik an der Unternehmensleitung. Was war bitte falsch daran Prominenten Freifluege zu streichen, was ist falsch daran Kosten zu sparen und eine Fluglinie die vom Konkurs bedroht war, finanziell wieder fluessig zu machen? Ich kann es beim besten Willen nicht sehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.