Millionen-Kompromiss Kirch-Erben drohen der Deutschen Bank

Der Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht erneut zu eskalieren. Wenn der Geldkonzern den 800 Millionen Euro schweren Vergleich ablehnt, will die Kirch-Seite laut einem Pressebericht mit aller Kraft zurückschlagen.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main - Der Rechtsstreit mit Kirch ist nicht vorbei
REUTERS

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main - Der Rechtsstreit mit Kirch ist nicht vorbei


Frankfurt am Main - Es ist die zweite Volte im Fall Leo Kirch gegen die Deutsche Bank: Nach einer zehn Jahre dauernden Prozessfehde wollten sich beide Seiten auf einen Vergleich einigen. 812 Millionen Euro wollte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den Erben des verstorbenen Medienunternehmers zahlen - ohne Anerkennung der Schuld. Doch weil der Vorstand der Deutschen Bank die Einigung ablehnt, droht jetzt die Eskalation.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge beharren die Kirch-Erben auf dem ausgehandelten Schadensersatz von 812 Millionen Euro. Wenn die Deutsche Bank den Vergleich aber tatsächlich ablehnt, wie der SPIEGEL berichtet, steht der Kompromissvorschlag vor dem Scheitern. Wie die "SZ" unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, werde die Kirch-Seite einen deutlich geringeren Betrag nicht akzeptieren.

Deutsche Bank erwartet Attacken auf der Aktionärsversammlung

Sollte die Deutsche Bank die 812 Millionen Euro nicht zahlen, werde auf allen Ebenen weiter gestritten, heißt es in dem Bericht. Das gelte sowohl für die noch anhängigen Gerichtsverfahren als auch für die Aktionärsversammlung der Deutschen Bank am 31. Mai, bei der Vorstandschef Josef Ackermann verabschiedet wird.

In der Bank stelle man sich bereits auf neue, harte Attacken der Kirch-Anwälte bei der Hauptversammlung ein. Der Zeitung zufolge ist man im Kirch-Lager zuversichtlich, bei einer Fortdauer des Streits noch mehr Schadensersatz erzielen zu können.

Der Rechtsstreit um die Pleite von Kirchs Medienimperium hat im Jahr 2002 begonnen. Leo Kirch hatte noch zu Lebzeiten auf Schadensersatz in Milliardenhöhe geklagt, weil der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer in einem Interview die Kreditwürdigkeit des Kirch-Konzerns angezweifelt hatte. Damit sei Breuer für die Pleite des Medienkonzerns verantwortlich, argumentierte die Kirch-Seite.

Nach SPIEGEL-Informationen kommt allerdings ein bisher unbekanntes Gutachten des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag des Oberlandesgerichts München zu dem Schluss, dass die Mediengruppe zum Zeitpunkt des umstrittenen Breuer-Interviews bereits überschuldet war.

nck/AFP

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blob123y 26.02.2012
1. Gut so
Zitat von sysopREUTERSDer Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht erneut zu eskalieren. Wenn der Geldkonzern den 800 Millionen Euro schweren Vergleich ablehnt, will die Kirch-Seite laut einem Pressebericht mit aller Kraft zurückschlagen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817668,00.html
diesen Bankenpack das die Leute aussaugt und dann mit dem Geld in London ihre Spielchen treiben muss mal gesagt werden "wo der Bartel den Most holt". Die Deutschen bringen ih Geld dahin und in London wirds zu Gunsten von allen moeglichen, z.B. Indern verbraten.
Gerdtrader50 26.02.2012
2. Da haben die Kirch-Erben gerade mal recht
Zitat von sysopREUTERSDer Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht erneut zu eskalieren. Wenn der Geldkonzern den 800 Millionen Euro schweren Vergleich ablehnt, will die Kirch-Seite laut einem Pressebericht mit aller Kraft zurückschlagen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817668,00.html
Zunächst einmal müsste eigentlich geklärt sein, wo der bekannte Gutachter im Auftrag des Gerichtes überhaupt seine Interna her hat, mit der er zu dem Gutachtenergebnis kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese freiwillig irgendwo her erhalten hat. Also müsste ja eigentlich der Insolvenzverwalter des Unternehmens solche Interna an die Gutachter herausgegeben haben. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen vorher bereits überschuldet war oder nicht, berechtigt das einen Vorstandsvorsitzenden einer Bank nicht dazu, öffentlich in TV-Auftritten die Solvenz eines Unternehmens in Frage zu stellen, selbst wenn dem so wäre. Das heisst also, nach menschlichem Ermessen trägt der sich so Äussernde, vor allem wegen seiner hevorgehobenen Stellung als Vorstandsvorsitzender einer der grössten Banken Deutschlands, ein gerüttelt Mass an Mitschuld, dass der Kich-Konzern keine Kreditlinien mehr erhielt. Diese Mitschuld muss er sich schon anrechnen lassen. Also ganz so einfach kommen die nicht davon. Und ob das OLG sich zu 100 % auf ein solches Gutachten stützen wird bei seiner Urteilsfindung, das ist auch noch nicht raus. Irgendeinen Grund hat es ja gegeben, warum die DB einen Vergleich anstreben wollte, vermutlich einen mündlichen Wink der Kammer, denke ich mal.
DerBlicker 26.02.2012
3. Im Gegenteil
Zitat von Gerdtrader50Zunächst einmal müsste eigentlich geklärt sein, wo der bekannte Gutachter im Auftrag des Gerichtes überhaupt seine Interna her hat, mit der er zu dem Gutachtenergebnis kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese freiwillig irgendwo her erhalten hat. Also müsste ja eigentlich der Insolvenzverwalter des Unternehmens solche Interna an die Gutachter herausgegeben haben. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen vorher bereits überschuldet war oder nicht, berechtigt das einen Vorstandsvorsitzenden einer Bank nicht dazu, öffentlich in TV-Auftritten die Solvenz eines Unternehmens in Frage zu stellen, selbst wenn dem so wäre. Das heisst also, nach menschlichem Ermessen trägt der sich so Äussernde, vor allem wegen seiner hevorgehobenen Stellung als Vorstandsvorsitzender einer der grössten Banken Deutschlands, ein gerüttelt Mass an Mitschuld, dass der Kich-Konzern keine Kreditlinien mehr erhielt. Diese Mitschuld muss er sich schon anrechnen lassen. Also ganz so einfach kommen die nicht davon. Und ob das OLG sich zu 100 % auf ein solches Gutachten stützen wird bei seiner Urteilsfindung, das ist auch noch nicht raus. Irgendeinen Grund hat es ja gegeben, warum die DB einen Vergleich anstreben wollte, vermutlich einen mündlichen Wink der Kammer, denke ich mal.
Dann muss ein Banker sogar die Öffentlichkeit davor warnen, einem überschuldeten Unternehmen noch Geld zu geben, das Interesse der Allgemeinheit einem insolventen Unternehmen kein Geld hinterherzuwerfen ist höher als das der Kirchgruppe eine Pleite zu vertuschen. Kirch war pleite, niemand gab ihm mehr Geld, Herr Breuer hat es nur ausgesprochen, dafür danke ich ihm noch heute.
herr_kowalski 26.02.2012
4. Price Waterhouse wat ??
Zitat von DerBlickerDann muss ein Banker sogar die Öffentlichkeit davor warnen, einem überschuldeten Unternehmen noch Geld zu geben, das Interesse der Allgemeinheit einem insolventen Unternehmen kein Geld hinterherzuwerfen ist höher als das der Kirchgruppe eine Pleite zu vertuschen. Kirch war pleite, niemand gab ihm mehr Geld, Herr Breuer hat es nur ausgesprochen, dafür danke ich ihm noch heute.
Deren Testate sind z.T. das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben sind. Das sind keine Vermutungen sondern dem liegen einschlägige Erfahrungen zugrunde.
montaxx 26.02.2012
5. Verfilmen
Zitat von sysopREUTERSDer Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht erneut zu eskalieren. Wenn der Geldkonzern den 800 Millionen Euro schweren Vergleich ablehnt, will die Kirch-Seite laut einem Pressebericht mit aller Kraft zurückschlagen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817668,00.html
Tja,wenn´s ums Geld geht,kennen die Reichen kein Pardon.Vielleicht haben Witwe Ruth und Sohn Thomas die von der DB erwarteten Millionen schon verplant;schließlich hatte man ja schon mal ein höheres Milliardenvermögen zusammen als heute.Und ein bisschen Aufstocken hat noch nie geschadet... Nochmals:Leos Leben sollte baldmöglichst verfilmt werden - spannender als jeder Krimi aus seinem Filmarchiv,wetten?!
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