Millionenschulden Goldman Sachs will Starfotografin Leibovitz helfen

Rettung in letzter Minute? Die ehemalige US-Investmentbank Goldman Sachs hat Annie Leibovitz angeboten, ihr bei der Rückzahlung eines Millionenkredits zu helfen. Das Geld muss aber bis Anfang September fließen - sonst verliert die Starfotografin die Rechte an ihren Bildern.

Annie Leibovitz vor einem ihrer Bilder: Zahlungsfrist bis zum 8. September
dpa

Annie Leibovitz vor einem ihrer Bilder: Zahlungsfrist bis zum 8. September


Hamburg - Die Zeit läuft ab für Annie Leibovitz. Die New Yorker Fotografin muss bis zum 8. September 24 Millionen Dollar zusammenbekommen, um einen Kredit an die Finanzfirma Art Capital zurückzuzahlen - sonst verliert sie die Rechte an ihren eigenen Bildern. Und bislang schien alles darauf hinauszulaufen.

Doch nun hat die ehemalige US-Investmentbank Goldman Sachs Hilfe in Aussicht gestellt, berichtet die Finanzagentur Bloomberg. "Wir sind sehr besorgt über die jüngsten Entwicklungen zwischen Annie Leibovitz und Art Capital", schreibt Goldman-Sprecherin Andrea Raphael in einer E-Mail, aus der die Agentur zitiert. Eigenen Angaben zufolge soll Goldman Sachs einen Teil der Millionenkredite finanziert haben, die genaue Höhe nennt die Bank aber nicht. "Wir haben Art Capital angeboten, dass wir die Kreditvereinbarung mit ihnen auflösen, um direkt mit Frau Leibovitz zusammenarbeiten zu können."

Ein Sprecher von Art Capital gab jedoch auf Anfrage an, dass bei ihnen bislang noch kein Angebot dieser Art eingegangen sei, schreibt Bloomberg weiter.

Ende Juli hatte Art Capital Leibovitz vor dem Obersten Gericht New Yorks wegen Vertragsbruchs verklagt. Art Capital hatte Leibovitz Ende 2008 einen Teil des Millionenkredits gewährt, mit dem sie ihre enorme Schuldenlast bewältigen wollte. Im Gegenzug überschrieb Leibovitz der Gläubigerfirma ihren Immobilienbesitz, darunter drei historische Stadthäuser im New Yorker Greenwich Village, sowie die Rechte an allen bisherigen Fotos (samt Negativen), durch deren Verkauf der Kredit getilgt werden sollte.

Leibovitz ist die wohl berühmteste Fotografin der Welt: Die 59-Jährige porträtierte die hochschwangere, nackte Demi Moore, nahm John Lennon am Tag seines Todes auf und brachte als erste die amerikanische Präsidentengattin Michelle Obama auf ein Hochglanz-Cover.

Leibovitz ist für ihren lockeren Umgang mit Geld berüchtigt. Für die vergangenen beiden Jahren musste der Fiskus 1,4 Millionen Dollar Steuern nachträglich eintreiben. In zwei Klagen wurde ihr zudem vorgeworfen, Rechnungen für Fotoarbeiten über mehr als 700.000 Dollar nicht gezahlt zu haben.

yes/dpa



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