515 Euro pro Monat Bundesregierung plant offenbar Mindestlohn für Azubis

Der Mindestlohn für Azubis soll offenbar kommen. Einem Medienbericht zufolge soll das Kabinett in dieser Woche beschließen, dass Lehrlinge ab 2020 mindestens 515 Euro monatlich bekommen.
Auszubildende in Wismar (Archiv)

Auszubildende in Wismar (Archiv)

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Erstmals in Deutschland soll laut einem Bericht eine gesetzliche Untergrenze für die Bezahlung von Auszubildenden festgelegt werden: Lehrlinge sollten künftig im ersten Ausbildungsjahr von 2020 an eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat erhalten, berichtete die Funke-Mediengruppe  unter Berufung auf das Bundesbildungsministerium.

Der Satz soll sich dem Bericht zufolge in den Folgejahren weiter erhöhen: 2021 auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro. Im zweiten und dritten Lehrjahr seien ebenfalls Erhöhungen geplant. Laut dem Bericht soll die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Trotz Tarif weniger als Azubi-Mindestlohn?

Die Mindestausbildungsvergütung ist so etwas wie der Mindestlohn für Lehrlinge. Umstritten war in der Regierung bis zuletzt die Höhe der Zahlungen. "Die festgesetzte Höhe der Mindestausbildungsvergütung ist Anerkennung der Leistung der Auszubildenden im Betrieb. Anderseits muss aber auch sichergestellt sein, dass die Motivation der Betriebe erhalten bleibt, Ausbildungsplätze anzubieten", hieß es laut dem Bericht dazu aus dem Ministerium.

CDU-Politikerin Karliczek habe deswegen Zugeständnisse gemacht: Dort, wo es aktuell eine Tarifbindung gebe, könne es passieren, dass Azubis auch weiterhin weniger als die Mindestvergütung bekämen.

apr/dpa