Mineralwasser Nestlé nimmt Vittel vom deutschen Markt

Der Lebensmittelkonzern Nestlé stellt den Verkauf der Marke Vittel in Deutschland und Österreich ein. Das Unternehmen war wegen der Gewinnung des Wassers scharf kritisiert worden.
    • E-Mail
    • Messenger
    • WhatsApp

Vittel-Flasche: Nestlé will sich auf Premiumwasser konzentrieren

Foto: Agron Beqiri / NurPhoto / Getty Images

Die Wassermarke Vittel verschwindet aus deutschen und österreichischen Supermärkten, der Lebenskonzern Nestlé will das Geschäft in diesen Ländern damit noch vor dem Sommer beenden. Ein Sprecher der Deutschland-Zentrale des Unternehmens bestätigte einen entsprechenden Bericht der »Lebensmittelzeitung «. Ebenfalls von dem Rückzug betroffen ist laut dem Sprecher die Wassermarke Contrex.

Das stille Vittel-Wasser aus den französischen Vogesen erfüllt offenbar nicht mehr die Margenerwartungen des Schweizer Weltkonzerns. Nestlé war zuvor aber auch wegen der Förderung im dortigen französischen Thermalbad Vittel in die Kritik geraten, weil zu viel Wasser entnommen werde – das Grundwasser in dem Ort wurde knapp .

Ob der Rückzug auch mit dieser von Naturschützern und Einwohnern immer wieder angegriffenen Förderung zu tun hat? Laut »Handelsblatt « erklärte Nestlé, die Kritik an der Gewinnung sei nicht der Grund für das Ende der Marke in Deutschland und Österreich.

Brunnen in Vittel soll weiterbetrieben werden

Die Branche hatte zumindest seit Längerem eine Vorahnung, dass Vittel vom deutschen Markt verschwinden könnte. Bereits 2021 hatte Nestlé die Vittel-Lieferungen an Lidl eingestellt – an jene Discounterkette, die bislang zu den bedeutendsten Händlern des Wassers in Deutschland zählte. Durch die Auslistung fiel ein wichtiger Vertriebsweg auf dem deutschen Markt weg. Stattdessen wird bei Lidl nun das Konkurrenzprodukt Volvic von Danone verkauft, zum Ärger von Umweltschützern weiterhin in Einweg-Plastikflaschen .

Nestlé will sich nach eigenen Angaben künftig weltweit auf Premiumwasser konzentrieren. Für den deutschen Markt setzt das Unternehmen auf die Marken San Pellegrino und Aqua Panna, die vor allem an gastronomische Betriebe verkauft werden. Von seinen regionalen Brunnenbetrieben in Deutschland hatte sich der Konzern schon vor Jahren getrennt. Der Brunnen in Vittel soll dem Nestlé-Sprecher zufolge weiter betrieben werden.

apr/dpa