+++ Minutenprotokoll +++ Dow Jones dreht leicht ins Plus

Die Börsenwoche endet turbulent: Der deutsche Dax büßte insgesamt rund 13 Prozent an Wert ein, gleicht die Tagesverluste vom Freitag aber nach Handelsschluss fast aus. Der Dow Jones schließt im Plus. Europäische Regierungschefs konferieren per Telefon. Lesen Sie die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.


+++ Dow Jones schließt im Plus +++

[22.05 Uhr] Die Wall Street hat am Freitag nach einer spektakulären Achterbahnfahrt uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte ging 0,5 Prozent höher mit 11.444 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-Index fiel geringfügig auf 1199 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 0,9 Prozent tiefer bei 2532 Punkten.

+++ Treffen der G7-Finanzminister noch nicht sicher +++

[21.47 Uhr] Das vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi angekündigte Krisentreffen der G7-Finanzminister ist nach Angaben seines Sprechers noch nicht fix. Es handele sich nicht um eine bereits getroffene Entscheidung, sondern um eine noch nicht abgeschlossene Überlegung, relativierte der Sprecher am Freitagabend Aussagen Berlusconis.

+++ Anleger beenden Flucht in US-Staatsanleihen +++

[21.40 Uhr] Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen ist am Freitag gesunken. In den vorangegangenen Tagen hatten sich amerikanische Investoren in diese Anleihen sowie Bargeld geflüchtet. Diese Anlagen gelten als sicherer als Aktien.

Als Grund für die nachlassende Nachfrage nach US-Staatsanleihen nannten Händler die Arbeitsmarktdaten aus den USA, die besser als erwartet ausfielen sowie die Nachricht, dass das krisengeschüttelte Italien Reformen vorziehen und Sparprogramme beschleunigen wolle. Die Renditen der US-Staatspapiere erholten sich folglich von ihren am Vortag erreichten Tiefstständen.

+++ Euro gleicht im New Yorker Handel Verluste aus +++

[21.08 Uhr] Der Euro-Kurs profitiert von den angekündigten Reformen in Italien und einer merklichen Erholung an den Anleihemärkten der europäischen Schuldenländer. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,4261 Dollar gehandelt und kostete damit mehr als zwei Cent mehr als noch in der vergangenen Nacht. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs noch auf 1,4155 (Donnerstag: 1,4229) Dollar festgesetzt.

+++ Deutsche Aktien erholen sich im späten Handel +++

[20.35 Uhr] Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben sich am Freitag im späten Handel deutlich von ihren zuvor erlittenen Abgaben erholt. Als Stütze erwies sich die Hoffnung auf beschleunigte Reformen in Italien, die die Indizes an der Wall Street ins Plus drehen ließ. Der L-Dax (Late DAX) schloss um 20.00 Uhr bei 6362,93 Punkten - ein Minus von nur noch knapp 19 Punkten zum Vortag. Im Hauptgeschäft war der Leitindex Dax zuvor um 2,78 Prozent auf 6236,16 Punkte abgerutscht und hatte so nach einer desaströsen Handelswoche zum achten Mal in Folge im Minus geschlossen.

+++ Krisentelefonate: Regierungschefs fordern rasche Gipfel-Umsetzung +++

[20.22 Uhr] Die wichtigsten europäischen Regierungschefs führen seit dem späten Nachmittag zahlreiche telefonische Krisengespräche. Nach Angaben eines Regierungssprechers telefonierte Angela Merkel am Freitag von ihrem Urlaubsort aus mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi und mit dem britischen Premierminister David Cameron. "Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass die Beschlüsse des EU-Gipfels vom 21. Juli schnell umgesetzt werden sollen", sagte der Sprecher. Für den Abend sei außerdem ein weiteres Telefonat mit US-Präsident Barack Obama angesetzt.

+++ Italien will Maßnahmen gegen Schuldenkrise beschleunigen +++

[20.15 Uhr] Italien will bereits im Jahr 2013 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, ein Jahr früher als bislang geplant. Finanzminister Giulio Tremonti erklärte am Freitagabend auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Regierungschef Berlusconi, Rom werde auf eine Verfassungsänderung hinarbeiten, die der Regierung einen ausgeglichenen Etat vorschreibe.

+++ Berlusconi kündigt baldiges G7-Finanzminister-Treffen an +++

[20.12 Uhr] Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat ein Sondertreffen der Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten (G7) angekündigt. Dies habe er mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy abgesprochen, sagte Berlusconi am Freitagabend bei einer Pressekonferenz mit Finanzminister Giulio Tremonti in Rom. Das Treffen werde "in ein paar Tagen" stattfinden. "Die Lage ist sehr schwierig und sie erfordert abgestimmte Eingriffe", fügte der italienische Ministerpräsident hinzu. "Wir müssen anerkennen, dass die Welt in eine weltweite Finanzkrise geraten ist, die alle Länder betrifft".

+++ Dow Jones dreht wieder ins Plus +++

[19.25 Uhr] Die Wall Street hat eine spektakuläre Achterbahnfahrt hingelegt. Nach deutlichen Kursverlusten im New Yorker Vormittagsgeschäft drehten die Indizes wieder ins Plus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag am frühen Nachmittag (Ortszeit) 1,13 Prozent höher auf 11.512 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 0,2 Prozent auf 1202 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte dagegen 0,6 Prozent im Minus auf 2541 Stellen.

+++ Ungarische Kreditausfallversicherungen steigen auf 2,5-Jahres-Hoch +++

[19.03 Uhr] Spekulationen auf Probleme bei der Schuldenbegleichung haben die Preise für ungarische Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) weiter in die Höhe getrieben. So verteuerte sich die Absicherung eines zehn Millionen Forint (37.000 Euro) schweren Pakets ungarischer Anleihen dem Datenanbieter Markit zufolge um 36.000 auf 405.000 Forint (rund 1500 Euro). Dies ist der höchste Stand seit März 2009.

Genährt wurden die Spekulationen von einem Appell der Regionalregierungen an Premierminister Viktor Orban, sich bei den Banken für ein einjähriges Zahlungsmoratorium für in Schweizer Franken aufgenommene Kredite über umgerechnet 2,2 Milliarden Euro einzusetzen. Börsianer werteten einen solchen Schritt als Umschuldung.

+++ Euro-Länder sollen Gipfel-Beschlüsse schneller umsetzen +++

[18.58 Uhr] Im Kampf gegen die Schuldenkrise drängt Frankreich die anderen Euro-Staaten zu einer rascheren Umsetzung der jüngsten Gipfel-Beschlüsse. Die Zustimmung der jeweiligen Parlamente zu dem Plan vom 21. Juli müsse schneller erreicht werden, sagte der französische Finanzminister Francois Baroin. Die Regierung in Paris werde ihrerseits alles Notwendige tun, um den angepeilten Schuldenabbau umzusetzen.

+++ Südamerika besorgt über Kursturbulenzen +++

[18.21 Uhr] Die Kursturbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten alarmieren auch die Länder Südamerikas. Diese hätten zum Schutz ihrer Volkswirtschaften eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart, sagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega in Perus Hauptstadt Lima. Dort kam er mit seinen südamerikanischen Amtskollegen zu einem Krisentreffen zusammen. Sie wollten dort angesichts der Gefahren durch die Schuldenkrise in Europa und den USA ihr Vorgehen koordinieren.

+++ Dax schließt tief im Minus +++

[18 Uhr] Die anhaltenden Konjunktur- und Schuldensorgen haben dem Dax einen der größten Wochenverluste in seiner über zwanzigjährigen Geschichte eingebrockt. Der Index ist mit einem Minus von 2,78 Prozent bei 6236 Punkten aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht brach das Börsenbarometer um knapp 13 Prozent ein. Der MDax Chart zeigen sank am Freitag um 0,98 Prozent auf 9135 Punkte, der TecDax Chart zeigen verlor 0,91 Prozent auf 717 Punkte. Analyst Gregor Kuhn von IG Markets sprach von einer "Handelswoche des Grauens".

+++ Italien vor neuen Reformen +++

[17.59 Uhr] Italien geht offenbar in die Offensive. Nach Börsenschluss plane die Regierung, neue Reformpläne vorzulegen, berichtet die "Financial Times". Ein Paket zur Liberalisierung der Wirtschaft soll vorgestellt werden. Italien ist im Laufe des Tages wegen der hohen Verschuldung in den Fokus von Anlegern gerückt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass um 19 Uhr eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Finanzminister Giulio Tremonti angesetzt ist.

+++ Dow Jones weitet Verluste aus +++

[17.54 Uhr] An Amerikas Börsen geht es weiter bergab. Der Dow Jones pendelt nun bereits rund 1,5 Prozent im Minus, der breiter gefasste S&P-Index fast zwei Prozent.

+++ Schwarzer Tag für Europas Börsen +++

[17.44 Uhr] Gewaltige Verluste an Europas Börsen. Der FTSEurofirst-300-Index, in dem zahlreiche wichtige europäische Werte gelistet sind, ist zum Handelsschluss auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten gefallen. Insgesamt verlor er am Freitag 1,7 Prozent, in der gesamten Woche gar 9,8 Prozent. Er steht jetzt bei 976 Zählern.

+++ Anleger verkaufen Geldmarktfonds +++

[17.40 Uhr] Investoren ziehen sich rasant aus Geldmarktfonds zurück. Michael Hartnett, Globalstratege bei Bank of America, sagte dem "Wall Street Journal", dass in dieser Woche 70 Milliarden Dollar aus Geldmarktfonds gezogen wurden - der größte Abfluss pro Woche seit der Lehman-Pleite, die 2008 die globalen Finanzsysteme fast zum Kollaps gebracht hatte. Davon wurden 2,9 Milliarden Dollar in Gold investiert.

+++ Spanien gibt EZB Schuld für für Chaos auf den Finanzmärkten +++

[17.37 Uhr] Spaniens Wirtschaftsministerin Elena Salgado hat die Europäische Zentralbank (EZB) für die "Verwirrung" auf den internationalen Finanzmärkten verantwortlich gemacht. Die am Donnerstag von EZB-Chef Jean-Claude Trichet gegebene Pressekonferenz sei "nicht die beste" gewesen und habe zu einer "gewissen Verwirrung" auf den Märkten geführt, sagte Salgado am Freitag dem Radiosender RNE. Im Laufe der Konferenz seien Gerüchte aufgekommen, dass die EZB irische und portugiesische Staatsanleihen aufkaufe. Da diese Länder bereits Finanzhilfen erhalten hätten, sei eine solche Aktion "nicht nötig", sagte Salgado. Die Märkte hätten vielmehr auf eine solche Intervention bei spanischen oder italienischen Anleihen gehofft. Die Gerüchte hätten die Börse in Madrid belastet. Die EZB hatte am Donnerstag zum ersten Mal seit vier Monaten wieder Staatsanleihen aufgekauft.

+++ 29 von 30 Werten im Dow Jones im Minus +++

[17.29 Uhr] Rot, rot, rot: Eine Übersicht aller Dow-Jones-Werte zeigt ein düsteres Bild. 29 der 30 Werte, die im Index gelistet sind, tendieren im Minus. Lediglich das Unternehmen Kraft Foods Chart zeigen verzeichnet noch ein leichtes Plus.

+++ Erste Anleger setzen auf neue Gewinne +++

[17.26 Uhr] Nach den Kurseinbrüchen an den Börsen setzen die ersten Anleger auf eine Erholung gesetzt, vor allem am Derivatemarkt. "Nachdem wir diese krassen Tiefstände gesehen haben, sieht es für einige Investoren nach einer Bodenbildung aus", sagte Händler Norbert Paul von der Euwax.

+++ Dax: minus 2,5 Prozent, Dow Jones: minus ein Prozent +++

[17.10 Uhr] Die Verluste an den Börsen wachsen. Der Dow Jones ist nun rund ein Prozent im Minus, der Dax rutscht immer weiter ab, zuletzt verlor er fast drei Prozent. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen, der die wichtigsten europäischen Werte abbildet, ist mehr als ein Prozent im Minus.



insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
kb95 05.08.2011
1. Irgendwie laufen die Informationen falsch
Zitat von sysopKaum Gewinner, viele Verlierer - am Vormittag notieren fast alle 30 Dax-Titel im Minus. Die Furcht vor einem Ende des Aufschwungs lässt auch den Preis für Rohöl abrutschen. Europas Politiker debattieren über eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. Die Entwicklungen an den Märkten im Live-Ticker. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778532,00.html
Komisch, derartige Nachrichten erreichen meine "Haus-Tankstelle" nie. Wenn jedoch die Preise an der Börse (angeblich) steigen oder wenn über eine Öl-Verknappung in der Presse diskutiert wird, dann ist meine "Haus-Tankstelle" allerdings sofort informiert und reagirt promt.
Chris110 05.08.2011
2. das ist albern
SPON, kümmert euch um Felder, auf denen ihr Kompetenz und jahrelange Erfahrung habt: Rechts- und Linksradikalismus. Aber bitte nicht um Wirtschaft. Jetzt gibts hier schon Liveticker..
weltbetrachter 05.08.2011
3. niedriger Ölpreis ?
Die Preistafel an der Tankstelle spricht eine völlig andere Sprache !
andresa 05.08.2011
4. Ursachen
Letztendlich sind Geldschöpfung und Zins das Problem warum das Geldsystem langfristig nicht funktionieren kann: http://le-bohemien.net/2011/04/13/aufruf-zur-debatte/ Konjunktursorgen und Schuldenfallen sind nur die Auswirkungen, nicht die Ursachen.
outdoor 05.08.2011
5. Gedanken
Soll ich mir jetzt Gedanken, weil Spon nen Liveticker schaltet? Was weiß Spon was er nicht schreibt? Eine neue Währung gibt es immer Montags. Heute ist Freitag.
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