Mirae Asset Koreanischer Investor will offenbar Musks Twitter-Deal stützen

Für die Übernahme von Twitter muss Elon Musk 44 Milliarden Dollar aufbringen. Um sich dabei nicht von weiteren Tesla-Aktien trennen zu müssen, greift er nun Berichten zufolge auf die Hilfe von Mirae Asset zurück.
Elon Musk: Mirae Asset hat bereits in SpaceX investiert

Elon Musk: Mirae Asset hat bereits in SpaceX investiert

Foto: Susan Walsh / dpa / AP

Die Schlacht um Twitter ist noch nicht geschlagen, doch ein Milliardendeal des US-Autopioniers Elon Musk wird immer wahrscheinlicher. Jedenfalls hat mit Mirae Asset ein südkoreanischer Investor Insidern zufolge Musk für die Übernahme rund 208 Millionen Dollar zugesagt.

Die Finanzierung durch Mirae soll noch vor Ablauf der Frist für die Twitter-Übernahme am 28. Oktober abgeschlossen werden, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Mirae habe auch Anfang des Jahres in Musks Raketen- und Satellitenfirma SpaceX investiert. Die Finanzgruppe und Musks Anwalt haben die Informationen bislang noch nicht bestätigt.

Die Zeitung »Korea Economic Daily« hatte allerdings zuvor über die Twitter-Investitionspläne der Südkoreaner berichtet. Analysten gehen davon aus, dass Musk mehr Kapitalanleger an Bord holen muss, um den Kauf des Social-Media-Riesen zum vereinbarten Preis von 44 Milliarden Dollar zu finanzieren – und weitere Verkäufe seiner Aktien des Elektroautoherstellers Tesla zu vermeiden.

Weißes Haus: Keine Sicherheitschecks bei Musk-Geschäften

Derweil sind die Befürchtungen, Elon Musks Geschäfte müssten auf Gefahren für die nationale Sicherheit hin überprüft werden, offiziellen Angaben zufolge unbegründet. Das Weiße Haus hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach es für Deals von Techmilliardär Musk eine Überprüfung mit Blick auf die nationale Sicherheit erwäge.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte Ende vergangener Woche unter Berufung auf seine Quellen geschrieben, davon könne auch die Übernahme von Twitter durch Musk betroffen sein. »Die Berichte stimmen nicht«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. »Das mit der Überprüfung mit Bezug zur nationalen Sicherheit, das stimmt nicht.«

Bei einer solchen Prüfung können US-Behörden Transaktionen untersagen, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass diese der nationalen Sicherheit des Landes schaden. Meist geht es dabei um die Übernahme von US-Firmen durch ausländische Unternehmen. Das wäre beim Kauf von Twitter durch Musk zwar nicht der Fall. Allerdings sorgte der Techmilliardär zuletzt für Aufsehen mit zwei außenpolitischen Vorstößen, die ihm Kritik einbrachten.

Die Agentur hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass US-Aufsichtsbehörden prüften, wie unter anderem Musks SpaceX-Satellitennetzwerk Starlink und sein Twitter-Deal im Rahmen einer nationalen Sicherheitsüberprüfung genauer unter die Lupe genommen werden könnten.

Musk hatte zuletzt zudem für Schlagzeilen gesorgt, indem er vorschlug, aus Taiwan eine »Sonderverwaltungszone« unter chinesischer Herrschaft zu machen. Die Regierung in Taipeh wies das als inakzeptabel zurück.

Auch plädierte Musk dafür, die Ukraine solle die von Russland widerrechtlich annektierte Krim verloren geben und einem Referendum unter Uno-Aufsicht in ihren von russischen Truppen besetzten Gebieten zustimmen.

Der Kauf könnte in den kommenden Tagen abgeschlossen werden

Musk ist Chef des Elektroautobauers Tesla und der Wert seiner Aktien der Firma macht ihn aktuell zum reichsten Menschen der Welt. Da Tesla ein großes Werk in Shanghai hat, das sehr wichtig für die Firma ist, wurde in der Öffentlichkeit schon früher die Sorge geäußert, Musk könne bei Twitter zum Beispiel die Meinungsfreiheit rund um China einschränken, um sich mit der Führung in Peking gut zu stellen.

Der Techmilliardär hatte im Frühjahr einen Deal zum Kauf von Twitter ausgehandelt, versuchte dann, aus der Übernahme auszusteigen – und lenkte zuletzt wieder ein. Der Kauf könnte in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.

Musk kündigte unter anderem an, dass er den bei Twitter verbannten Ex-Präsidenten Donald Trump auf die Plattform zurückbringen würde. Trump war bei Twitter rausgeflogen, nachdem er sich in einem Video positiv über seine Anhänger geäußert hatte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington erstürmt hatten.

apr/Reuters/dpa
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