Möglicher Milliarden-Deal Telekom will britisches Mobilfunkgeschäft verkaufen

In Europas Mobilfunkbranche bahnt sich ein neuer Milliardendeal an: British Telecom will das britische Geschäft der Deutschen Telekom und des französischen Konzerns Orange übernehmen. Es geht um mehr als 15 Milliarden Euro.
Straßenszene in London: Everything Everywhere ist Marktführer

Straßenszene in London: Everything Everywhere ist Marktführer

Foto: SUZANNE PLUNKETT/ REUTERS

London/Bonn - Die Deutsche Telekom und ihr französischer Partner Orange wollen ihr britisches Mobilfunkgeschäft unter dem Markennamen Everything Everywhere (EE) an die British Telecom (BT) verkaufen. Das gaben sowohl die Telekom als auch BT am Montag bekannt. Es seien "exklusive Gespräche" zwischen den drei Partnern vereinbart worden, die sich um einen Kaufpreis von 12,5 Milliarden Pfund drehen - umgerechnet rund 15,5 Milliarden Euro.

BT drängt massiv zurück in den Mobilfunkmarkt mit Privatkunden. Das Unternehmen hatte das Geschäft 2002 zunächst verkauft. EE ist bisher Marktführer in Großbritannien mit 12,5 Millionen Kunden.

Sollte die Transaktion wie vorgesehen über die Bühne gehen, würde ein gigantischer Telekommunikations-Riese geschaffen, der sowohl im Festnetz- und Breitbandgeschäft als auch im Mobilfunk und im Internetfernsehen landesweit führend ist.

Den Plänen zufolge soll ein Teil des Kaufpreises in BT-Aktien gezahlt werden. Die Deutsche Telekom würde nach dem Deal zwölf Prozent an BT halten, Orange vier Prozent. BT hatte ursprünglich auch einen Aufkauf der Marke O2 des spanischen Konzerns Telefónica ins Auge gefasst, gab nun aber dem deutsch-französischen Joint Venture den Vorzug. Die "exklusiven Gespräche" sollen mehrere Wochen dauern.

Die Deutsche Telekom will auf diese Weise einen Fuß in der Tür zum britischen Markt halten. "Die geplante Transaktion mit BT bietet die Chance, unser hervorragend positioniertes Mobilfunk-Engagement in Großbritannien weiterzuentwickeln und uns an den großartigen Chancen eines integrierten Geschäftsmodells zu beteiligen", sagte Telekom-Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt. Der Bonner Konzern soll nach BT-Angaben auch einen Vorstand in den neuen Konzern entsenden dürfen.

stk/dpa