Mobilfunkanbieter Vodafone verliert Kunden und büßt Umsatz ein

Vodafone im Sinkflug: Regulierung und Preiskampf hinterlassen beim britischen Mobilfunkriesen deutliche Spuren. In Deutschland schrumpften die Erlöse um fünf Prozent. Die Zahl der Mobilfunkkunden sank um zehn Prozent.

Vodafone-Shop: Erlöse schrumpfen
AFP

Vodafone-Shop: Erlöse schrumpfen


Düsseldorf - Der scharfe Preiswettbewerb und die starke staatliche Regulierung machen dem Mobilfunkanbieter Vodafone in Deutschland zu schaffen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2013/14 (31. März) schrumpften die Erlöse über alle Sparten hinweg um rund fünf Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, teilte die deutsche Tochter des britischen Mobilfunkanbieters am Freitag mit. Auch die Absenkung der Durchleitungsgebühren im Mobilfunk durch die Bundesnetzagentur habe die Geschäfte belastet.

Wettbewerb und Regulierungsentscheidungen würden ihren Tribut fordern, der Markt bleibe hart umkämpft, so Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum. Zahlen zum Ergebnis nannte er nicht. Durch die Ausbuchung inaktiver Kunden mit Prepaid-Karte sank die Zahl der Mobilfunkkunden Ende Juni um zehn Prozent auf 32,2 Millionen. Bei der Deutschen Telekom Chart zeigenwaren es Ende März 37 Millionen.

Im gesamten Vodafone Chart zeigen-Konzern schrumpften die Erlöse von April bis Ende Juni um 3,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. In Italien musste der Konzern ein Minus von 17,6 Prozent verbuchen, in Spanien ein Minus von 10,6 Prozent.

In aufstrebenden Volkswirtschaften verzeichnete das Unternehmen unterdessen ein Plus: Der Markt in der Türkei wuchs um 15 Prozent der in Indien um 13 Prozent. Konzernchef Vittorio Colao sprach von einem guten Start ins neue Jahr, vor allem in den Wachstumsregionen.

Übernahme von Kabel Deutschland wichtigste Veränderung

Die größten Veränderungen stehen für Vodafone in Deutschland bevor. Mit der geplanten Übernahme von Kabel Deutschland schaffe sich Vodafone eine exzellente Plattform, betonte Colao. Einschließlich Verbindlichkeiten beläuft sich der Wert der Übernahme auf insgesamt rund elf Milliarden Euro. Bis zum Jahresende wollen die Briten das Geschäft abgeschlossen haben.

Mit dem Zukauf will das Unternehmen seine Festnetz-Position stärken. Denn durch die Kabelnetzbetreiber, die Telefon, Surfen und TV aus einer Hand und zu günstigen Preisen bieten, sind Unternehmen wie Vodafone im Breitbandgeschäft stark unter Druck geraten. Ende März war die Zahl der Breitbandkunden von Vodafone um acht Prozent auf drei Millionen gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken.

Gericht stoppt "grenzenlos Surfen"-Werbung

Unterdessen entschied das Landgericht Düsseldorf, dass der Konzern nicht mehr mit "grenzenlosem Surfen" für seinen Mobilfunktarif werben dürfe, solange er die Internetnutzung im Kleingedruckten begrenzt.

Vodafone hatte seinen Smartphone-Tarif "RedM" mit den Worten "ideal zum grenzenlosen Telefonieren und Surfen" beworben. Allerdings waren bestimmte Verbindungen wie etwa zu Skype oder zu Dateitauschbörsen sowie YouTube nur gegen einen Aufpreis von 9,95 Euro im Monat zu haben. Davon erfuhren die Kunden erst im Kleingedruckten oder nach mehreren Klicks auf Fußnoten am unteren Bildrand.

(Aktenzeichen: 38 o 45/13)

lei/dpa/Reuters



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