Kauf im Netz Modeläden kommen nicht gegen Online-Boom an

Der Onlinehandel wuchs im vergangenen Jahr schwächer als erwartet. Doch gerade die Modegeschäfte verlieren weiter Umsatz an Internetversender. Der Handelsverband glaubt dennoch an den Einkauf vor Ort.

Pakete vom Onlinemodehändler Zalando
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Pakete vom Onlinemodehändler Zalando

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Die Verschiebung vom stationären Handel zum Onlinehandel wird in vielen Bereichen immer deutlicher spürbar. Während online die Ausgaben für Mode und Accessoires 2018 um 8,1 Prozent wuchsen, sanken sie bei den stationären Bekleidungshändlern im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent. Das zeigen Zahlen aus dem Onlinemonitor des Handelsverbands Deutschland (HDE), die dem SPIEGEL vorab vorliegen.

"Diese Entwicklung setzt die Fachhändler mit ihren Bekleidungsgeschäften vor Ort noch weiter unter Druck. Das trifft vor allem den Handelsstandort Innenstadt. Denn der Bekleidungshandel ist eine der Schlüsselbranchen für vitale Stadtzentren", sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE.

Über alle Branchen hinweg entwickelte sich der Onlinehandel etwas schwächer als erwartet und wuchs um 9,1 Prozent. Die absoluten Umsatzzuwächse liegen bei rund 4,4 Milliarden Euro, so die HDE-Analyse. Nach den Kernbranchen wie Mode oder Haushaltselektronik verlagern sich auch kleinere Handelsbereiche mehr und mehr ins Netz. So wuchs der Onlineabsatz von Produkten des täglichen Bedarfs um 14 Prozent, bei Artikeln aus dem Bereich Heimwerken und Garten gab es ein Plus von zwölf Prozent.

HDE-Chef Genth sieht Händler unter Druck, online als zusätzliches Standbein noch konsequenter für sich zu nutzen. Denn vielen Käufen im stationären Handel gehe eine Informationssuche im Internet voran. So suchten die Kunden 2018 in 44 Prozent der Textilkäufe vor einem Einkauf im stationären Handel online.

"Umgekehrt informierten sich die Verbraucher nur in acht Prozent aller Bekleidungseinkäufe vor dem Onlinekauf in den Geschäften vor Ort. Diese Chance müssen die stationären Händler für sich nutzen. Viele Kunden wollen sich online ein Bild machen und dann im Geschäft vor Ort einkaufen", sagt Genth. Deshalb sei ein Onlineauftritt heutzutage für jedes Handelsunternehmen unerlässlich.



insgesamt 52 Beiträge
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hexenbesen.65 19.05.2019
1.
Das Problem ist ja: Erst mal dorthin kommen (gibt in den Innenstädten fast keinen Parkraum mehr) . Und WER will noch mit 5 Einkaufstüten , die mit teilweise schon schweren Sachen "bummeln" gehn ? Und dann, (so geht es mir), wenn ich GLÜCK habe, finde ich mal ne Jeans, die passt...weil die Läden sehr eng sortiert sind "Diese Hose gibt es nur bis Größe 36...--Ne, dieses T-Shirt haben wir nur bis Größe 40 ..." Und dann kostet eine 0-8-15 Jeans fast 200 Euro !!!! Und dann wundern die sich, dass keine Kunden mehr kommen ? Im Netz geb ich ein: "Jeans, größe XX, Preis von - bis " und kann unter mind. 40 Jeans auswählen... Hab mir die Fahrerei gespart (macht mir nix, WENN ich fündig werden würde...aber mit "leeren" Händen nach hause ist frustrierend) und ich kann in ruhe zuhause anprobieren (und nicht ständig damit rechnen, dass die Verkäuferin den Vorhang an der Kabine zurückzieht und schreit:"Und passt die größere Größe" oder die einem eine Farbe aufschwatzt, die einem normal gar nicht steht..
der_sinnlose 19.05.2019
2. Warum in aller Welt sollte ich in der Innenstadt Klamotten kaufen
Als Endvierziger bekomme ich dort eh nichts. Entweder das Angebot richtet sich an den jungen dynamischen Rapper aus der Bronx oder an Leute jenseits der 65. Was soll ich mit neongrünen Sporttretern oder Trachtenanzügen? Mit dem PKW in die Innenstadt ist inzwischen fast unmöglich. Die Öffis kosten hin und zurück mehr als das Kilometergeld fürs Auto + Sprit und Parkhaus. Und für den Rückweg benötige ich 4 Mann vom SEK die mir den Rückzug sichern. Ich müsste bescheurt sein wenn ich damit meine Zeit vergeuden würde. Alles was im Internet nicht geht kaufe ich auf der grünen Wiese im Center vor der Stadt. Aber das war genau so gewollt. Das ist die Politik der letzten 20 Jahre.
Sibylle1969 19.05.2019
3.
Ich habe bisher erst wenig Kleidung online gekauft, aber die Ware war zu drei Viertel eine Enttäuschung und musste zurückgeschickt werden. Daher bleibe ich dabei, meine Kleidung im stationären Handel zu kaufen und vorher anzuprobieren. Nur in Ausnahmefällen (Kleidung nur online erhältlich) werde ich online kaufen. Aber da bin ich wohl eine Ausnahme. Bei uns im Haus wohnte mal eine junge Frau, die bekam 2-3 Pakete von Zalando pro Woche. Ich war auch mal im Zalando-Outlet in Frankfurt, wo die Retouren billig verramscht werden. Auch da nichts vernünftiges dabei: viele Schuhe, die man im Alltag nicht tragen kann (extreme High Heels...) oder Schuhe mit deutlichen Tragespuren. Dann viele Kleider und Oberteile mit schwierigen Schnitten, dh solche, die nur sehr wenige Frauen tragen können. Für mich ein klares Zeichen, dass man von einem Bild nicht wirklich beurteilen kann, ob einem ein Kleidungsstück passt und steht. Ohne die kostenlose Rücksendung ist das Geschäftsmodell von Zalando & Co tot.
mirage122 19.05.2019
4. Konsum-Wut
Wenn ich mir die Statistik so ansehe, dann wundert mich schon, dass Klamotten und Zubehör sowie immer wieder der neueste elektronische Schnickschnack die absoluten Renner sind. Da wird bestellt, was das Zeug hält, und im Notfall alles wieder zurückgeschickt. Ist ja meist immer noch kostenlos. Die Angebote in den zahllosen Einkaufszentren allerdings sind teilweise völlig identisch: immer wieder die gleichen Läden. Das macht doch keinen Spaß. Da sondiert man lieber im Internet und kann dann gezielt bestellen und - wie ich das oft praktiziere - selbst in den entsprechenden Läden abholen. Jedenfalls geht das in einer Großstadt wie Hamburg anstandslos. Dann muss ich mich auch nicht überall registrieren lassen und werde als Folge davon mit Unmengen von SPAMs zugeschüttet.
Hyacinth 19.05.2019
5. Vieles spricht für den Onlinehandel
Wenn ich online bestelle, brauche ich max. eine halbe Stunde bis ich das gewünschte Produkt gefunden habe. Meine Retouren gehen übrigens gegen Null. Würde ich heute in die Stadt gehen, um beispielsweise nach einer weißen Schößchenbluse zu suchen, ginge dem entweder die Parkplatzsuche voraus oder kämen enorme Parkgebühren obendrauf. Dann kannst du von Laden zu Laden latschen, weil es gerade entweder keine Schößchenblusen mehr gibt, oder keine mehr in weiß da sind oder just die richtige Größe fehlt. Zwischendurch kann ich mich vortrefflich über über die vollen Läden, vollen Straßen und das häufig unfreundliche Personal ärgern. - Zu allem kommt im Onlinehandel noch dazu, dass gerade Mode sehr viel günstiger zu bekommen ist als im stationären Handel. Setzt natürlich ein wenig Routine voraus, und dass man nicht den erstbesten Treffer bei Zalando anklickt! Ich gehe schon seit fast 15 Jahren nicht mehr in die Stadt!
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