Mögliche Wettbewerbsverzerrung EU-Kommission durchsucht Bahnzentrale

Missbraucht die Bahn ihre beherrschende Stellung, um Konkurrenten kleinzuhalten? Dem Verdacht geht die EU-Kommission nach - und war deshalb nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen auch in der Zentrale des Konzerns.

Bahnzentrale: Missbrauch einer beherrschenden Stellung?
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Bahnzentrale: Missbrauch einer beherrschenden Stellung?


Auf diesen Besuch hätten die Bahn-Mitarbeiter am liebsten verzichtet: Die EU-Kommission durchsuchte nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen am Dienstag und Mittwoch mehrere Standorte der Deutschen Bahn AG (DB), darunter die Konzernzentrale in Berlin und die Zentrale von DB Schenker in Mainz.

Hintergrund ist offenbar die Frage, ob die Bahn auf ihren Strecken der Konkurrenz höhere Strompreise berechnet als den eigenen Bahntöchtern im Güter- und Fernverkehr. Dies wäre eine unerlaubte Diskriminierung von Wettbewerbern.

Angeblich stammen die Vorwürfe der DB-Konkurrenten schon aus dem Jahr 2005. Die jetzigen Durchsuchungen könnten auch damit zusammenhängen, dass die EU-Kommission bereits seit längerem auf eine Trennung von Netz und Verkehr drängt.

Die EU-Kommission bestätigte, dass sie im Falle der Bahn eine angebliche missbräuchliche Ausnutzung einer beherrschenden Stellung auf dem Binnenmarkt untersucht. Zu Details wollte sich die Behörde jedoch nicht äußern.

Ein Bahn-Sprecher sagte, die EU-Kommission habe an mehreren Standorten des Konzerns "eine Nachprüfung durchgeführt". "Die DB arbeitet mit der Behörde eng zusammen. Aufgrund des laufenden Verfahrens können wir uns zu Details nicht weiter äußern."

Jörg Schmitt



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