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02. November 2016, 12:43 Uhr

Schifffahrtskrise

Gewinn der weltgrößten Reederei bricht um 44 Prozent ein

Die Container-Schifffahrt durchlebt eine existenzielle Krise. Auch Marktführer Mærsk bekommt dies nun zu spüren, der Gewinn ist drastisch geschrumpft.

Die anhaltende Schifffahrtskrise hat dem führenden Unternehmen der Branche, Møller-Mærsk, einen deutlichen Gewinneinbruch beschert. Die weltgrößte Container-Reederei gab einen Rückgang des Nettoergebnisses im dritten Quartal um 44 Prozent auf 438 Millionen Dollar bekannt. Sie lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn noch bei 755 Millionen Dollar gelegen.

Die Containersparte Mærsk Line fuhr sogar einen Verlust von mehr als 100 Millionen Dollar ein. Auch der Umsatz des Unternehmens fiel mit knapp 9,2 Milliarden Dollar um fast eine Milliarde niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Die Aktien des dänischen Traditionsunternehmens gaben um mehr als acht Prozent nach.

Während die Ölsparte unter dem massiven Ölpreisverfall leidet, setzen eine Handelsflaute und eine Fusionswelle in der Branche den Containerbereich unter Druck. Ende September hatte der Mischkonzern mit Sitz in Kopenhagen angekündigt, sein Ölgeschäft in den kommenden zwei Jahren entweder ganz oder in Teilen abzuspalten. Mærsk will sich künftig vollständig auf den Kernbereich Transport und Logistik konzentrieren.

Nach der Insolvenz von Südkoreas führendem Seefrachtanbieter Hanjin Shipping habe sich Mærsk mehr Geschäfte des Unternehmens gesichert als die Konkurrenten, sagte der neue Firmenchef Søren Skou. Dadurch sei der Marktanteil gestiegen.

Angesichts sinkender Frachtraten und massiver Überkapazitäten schließen sich immer mehr Reedereien zusammen, um der Krise zu trotzen. Erst zu Wochenbeginn hatten die drei führenden Reedereien in Japan - Kawasaki Kisen, Mitsui O.S.K. Lines und Nippon Yusen - ein Joint Venture angekündigt.

nck/dpa/Reuters

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