Schifffahrtskrise Gewinn der weltgrößten Reederei bricht um 44 Prozent ein

Die Container-Schifffahrt durchlebt eine existenzielle Krise. Auch Marktführer Mærsk bekommt dies nun zu spüren, der Gewinn ist drastisch geschrumpft.

Mærsk-Containerschiff MV Mærsk Mc-Kinney Møller
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Mærsk-Containerschiff MV Mærsk Mc-Kinney Møller


Die anhaltende Schifffahrtskrise hat dem führenden Unternehmen der Branche, Møller-Mærsk, einen deutlichen Gewinneinbruch beschert. Die weltgrößte Container-Reederei gab einen Rückgang des Nettoergebnisses im dritten Quartal um 44 Prozent auf 438 Millionen Dollar bekannt. Sie lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn noch bei 755 Millionen Dollar gelegen.

Die Containersparte Mærsk Line fuhr sogar einen Verlust von mehr als 100 Millionen Dollar ein. Auch der Umsatz des Unternehmens fiel mit knapp 9,2 Milliarden Dollar um fast eine Milliarde niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Die Aktien des dänischen Traditionsunternehmens gaben um mehr als acht Prozent nach.

Während die Ölsparte unter dem massiven Ölpreisverfall leidet, setzen eine Handelsflaute und eine Fusionswelle in der Branche den Containerbereich unter Druck. Ende September hatte der Mischkonzern mit Sitz in Kopenhagen angekündigt, sein Ölgeschäft in den kommenden zwei Jahren entweder ganz oder in Teilen abzuspalten. Mærsk will sich künftig vollständig auf den Kernbereich Transport und Logistik konzentrieren.

Nach der Insolvenz von Südkoreas führendem Seefrachtanbieter Hanjin Shipping habe sich Mærsk mehr Geschäfte des Unternehmens gesichert als die Konkurrenten, sagte der neue Firmenchef Søren Skou. Dadurch sei der Marktanteil gestiegen.

Angesichts sinkender Frachtraten und massiver Überkapazitäten schließen sich immer mehr Reedereien zusammen, um der Krise zu trotzen. Erst zu Wochenbeginn hatten die drei führenden Reedereien in Japan - Kawasaki Kisen, Mitsui O.S.K. Lines und Nippon Yusen - ein Joint Venture angekündigt.

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nck/dpa/Reuters

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alsterherr 02.11.2016
1.
Der Luftfrrachbranche geht es aktuell nicht anders ...
Immanuel K. 02.11.2016
2. Wohlgemerkt: Der Gewinn ist geschrumpft...
...da von Dramatik zu reden, zeigt, wie durchgeknallt die Wirtschaft ist - die machen KEINEN Verlust, die machen nur weniger Gewinn...
Berliner42 02.11.2016
3.
Zitat von Immanuel K....da von Dramatik zu reden, zeigt, wie durchgeknallt die Wirtschaft ist - die machen KEINEN Verlust, die machen nur weniger Gewinn...
Wenn man den Artikel gelesen und verstanden hätte, wäre einem aufgefallen, daß darin niemand von "Dramatik" redet. Davon abgesehen, ist es bemerkenswert, daß Maersk überhapt noch Gewinn macht. Die Containerbranche ist in einer andauernden Krise. Wer sich ein bißchen mit Frachtraten befaßt, weiß das.
Denkt mal selber nach 02.11.2016
4.
Erst Hanjin jetzt Maersk, die Zeichen nehmen zu, dass der Welthandel abnimmt. Das könnte auf eine bevorstehende Krise hindeuten. Wohlgemerkt könnte, was eine neue große Weltwirtschaftskrise für Europa bedeuten würde, dass es unter Deutsche Führung erfolgreich verhindert hat, seine Volkswirtschaften zu sanieren, das will ich mir gar nicht ausmalen. Aber wir sind ja gut, vorbereitet. Haben Lebensmittelvorräte angelegt und die Bundeswehr an der russichen Grenze stationiert. Hoffen wir die Lage am Weltmarkt bleibt stabil.
prisma-4d 02.11.2016
5. ...an uns liegt es nicht!
Wir exportieren und importieren auf Teufel komm raus. Dank Amazon, E-Bay und Ali... lässt sich jeder seine Sachen fast direkt aus Übersee schicken. Damit ist klar... wir hatten noch nie einen so hohen Transportaufwand für unsere Waren wie in den letzen Jahren. Und da wie überall, auch der Unfähigste unter solchen Bedingungen Geld verdienen konnte wurden die Kapazitäten ausgebaut auf Teufel komm raus. Aber welch ein Drama... die Gewinne sinken um über 40%... da müssen sofort Leute entlassen werden und die die noch das Arbeitsprivileg haben... müssen den Gürtel eben enger schnallen. Das war doch die Botschaft für diesen Beitrag... oder etwa nicht? Es ist doch ein gutes Zeichen wenn weniger Schiffe fahren. Die Transporte werden effektiver, die Verschmutzung geringer, das Personal weniger Gefahren ausgesetzt. Andererseits, wenn ich mir die Ausbaupläne für diverse Häfen ansehe, dann ist dieses Jammern nicht verständlich.
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