Bayer-Tochter Kalifornien verklagt Monsanto wegen Umweltverschmutzung

Der Ärger des Chemiekonzerns Bayer mit Monsanto nimmt kein Ende: Das Unternehmen soll in den USA jahrzehntelang krebserregende Chemikalien in Flüsse geleitet haben. Nun geht die Staatsanwaltschaft dagegen vor.
Das Monsanto-Logo in Belgien: »Es ist Zeit, aufzuräumen«

Das Monsanto-Logo in Belgien: »Es ist Zeit, aufzuräumen«

Foto: JOHN THYS / AFP

Monsanto wird in Kalifornien verklagt. Jahrzehntelang soll die US-Tochter des Chemiekonzerns Bayer wissentlich hochgiftige Stoffe in die Flüsse geleitet haben. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Los Angeles wirft dem Unternehmen die wissentliche Verschmutzung der Gewässer vor. Bis 1979 soll die Praxis bestanden haben.

Die Stoffe, von denen in der Klage die Rede ist, sind sogenannte polychlorierte Biphenyle (PCBs). PCBs können in der Umwelt kaum abgebaut werden. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft sie als karzinogen, also krebserregend, für Menschen ein. Außerdem sollen sie die Leber, die Schilddrüse und die Augen schädigen und die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen. Monsanto soll seit den Fünfzigerjahren gewusst haben, wie giftig die Stoffe sind.

Monsanto soll die Kosten der Schäden tragen

»Es ist Zeit für Monsanto, aufzuräumen und zu zahlen«, sagte der Staatsanwalt der Stadt, Mike Feuer, »die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen von PCBs machen einfach nur sprachlos.« Bisher trage vor allem die Stadt die Kosten der Verseuchung. Jahrzehntelang habe das Unternehmen die Stoffe weiterhin hergestellt und verkauft – und die Öffentlichkeit über die Toxizität getäuscht.

Die Klage richtet sich insgesamt gegen drei Firmen, die aus der ursprünglich für die Verschmutzungen verantwortlichen Gesellschaft hervorgegangen sind. Neben der 2018 von Bayer übernommenen Monsanto sind dies Solutia, die der Eastman Chemical Company gehört, sowie Pharmacia, die zu Pfizer gehört. Zunächst gab es von keinem der Konzerne eine Reaktion auf die Klage.

Das Glyphosat-Trauma

PCBs wurden weltweit beispielsweise in Farben, Tinte, Papier, aber auch als Schmier- und Dichtungsmittel verwendet. Ihre Verwendung wurde 2001 weltweit verboten.

Monsanto hat in den USA bereits wegen des Verkaufs von Pestiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat mit zahlreichen Klagen zu kämpfen. Der Stoff wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als »wahrscheinlich krebserregend« eingestuft. Bayer bestreitet dies vehement. Monsanto wird allerdings vorgeworfen, kritische Studien zur Schädlichkeit von Glyphosat unterdrückt zu haben.

jlk/Reuters