Monsanto Whistleblower bekommt 22,5 Millionen Dollar Belohnung

Er machte die US-Behörden auf Buchhaltungstricks bei seinem Arbeitgeber aufmerksam. Nun bekommt ein Ex-Finanzmanager des Agrarchemiekonzerns Monsanto mehr als ein Viertel des Bußgelds als Belohnung.
Firmenschild vor Monsanto-Zentrale in St. Louis

Firmenschild vor Monsanto-Zentrale in St. Louis

Foto: JAMES A. FINLEY/ AP

Ein früherer leitender Finanzmanager des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto   bekommt für seine Hinweise auf irreguläre Buchhaltung eine hohe Belohnung. Die US-Börsenaufsicht SEC sprach dem Mann fast 22,5 Millionen Dollar zu. Die Summe wird aus dem Bußgeld über 80 Millionen Dollar bezahlt, dem Monsanto im Februar dieses Jahres zustimmte.

Die Aufsicht hatte dem Konzern vorgeworfen, in den Jahren 2009 bis 2011 Umsätze und Kosten im Rahmen eines Rabattprogramms für das Pflanzenschutzmittel Roundup falsch verbucht zu haben. Unter diesem Namen vertreibt Monsanto das Pflanzengift Glyphosat. So habe das Unternehmen zu hohe Gewinne ausgewiesen, die Geschäftsberichte Monsantos waren in diesen Jahren also nicht korrekt.

Den Namen des Whistleblowers nannte die US-Börsenaufsicht nicht. Sein Anwalt teilte mit, der Mann habe sich erst an die SEC gewandt, nachdem er intern erfolglos versucht habe, die Missstände abzustellen. "Ohne den Mut, die Unterstützung und die Informationen des Whistleblowers wäre es für die Gesetzeshüter extrem schwierig gewesen, den Betrug aufzudecken", sagte Jane Norberg, die bei der SEC für Whistleblower zuständig ist.

Als Folge der Enthüllung wurden drei Monsanto-Managern Bußgelder von 30.000 bis 55.000 Dollar auferlegt. Zudem mussten Firmenchef Hugh Grant und Finanzchef Carl Casale 3,2 Millionen beziehungsweise 730.000 Dollar an Boni zurückzahlen, die sie aufgrund der zu hoch ausgewiesenen Gewinne zu viel erhalten hatten. Die Gewinnkorrekturen hatte das Unternehmen bereits im Jahr 2011 nach einer internen Untersuchung vorgenommen.

Die Belohnung für den Ex-Monsanto-Manager ist allerdings keine Rekordsumme. Im Jahr 2014 hatte die SEC einem Whistleblower 30 Millionen Dollar zugesprochen.

fdi/AP