Große Rechtsrisiken Moody's senkt Bonitätsnote der Deutschen Bank

Trotz gesteigerter Gewinne hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank herabgestuft. Grund sind auch die hohen Risiken aus den aktuell laufenden 6000 Rechtsstreitigkeiten der Bank.

Ratingagentur Moodys: Daumen runter für die Deutsche Bank
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Ratingagentur Moodys: Daumen runter für die Deutsche Bank


New York - Die Ratingagentur Moody's glaubt nicht an eine rasche Wende bei der Deutschen Bank Chart zeigen. Trotz der 8,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung stufte Moody's die langfristige Bonität des Instituts am Dienstag von "A2" auf "A3" herab. Die Renditen der Bank seien mäßig und würden von den Kosten für rund 6000 laufende Rechtsstreitigkeiten, Altlasten und den Umbau des Konzerns belastet. Zugleich sei sie immer noch stark vom Investmentbanking abhängig. Dabei drohten der Bank - wie den meisten Großbanken in Europa - weitere Herabstufungen ihres Ratings, weil die Bereitschaft der Staaten zu einer finanziellen Unterstützung in Finanzkrisen schwinde.

Zumindest in diesem und im nächsten Jahr sei noch mit Druck auf die Gewinne der Deutschen Bank zu rechnen. "Wir erwarten auf absehbare Zeit mäßige Zahlen und eine starke Abhängigkeit von den Erträgen an den Kapitalmärkten", sagte Moody's-Analyst Peter Nerby. Das sei ein struktureller Nachteil, der sich kaum wettmachen lasse. "Das hat zu der Herabstufung geführt." Der Bank gelinge es kaum, ihre Kapitaldecke aus dem operativen Geschäft heraus aufzubessern, heißt es in der Moody's-Studie. Das frische Geld werde von den hohen Prozess- und regulatorischen Kosten aufgefressen.

Risiken höher als bislang angenommen

Moody's lobte dennoch die Kapitalerhöhung aus dem zweiten Quartal. Das Institut konnte seinen Vorsteuergewinn auf 917 Millionen Euro steigern, immerhin 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschensprach in einer Mitteilung von einem "starken operativen Quartalsergebnis". Jedoch musste die Bank am Dienstag einräumen, dass die Risiken in der Bilanz höher sind als bislang angenommen.

Mit "A2" liegt die Note für das größte deutsche Kreditinstitut noch drei Stufen über dem Verlust des Investmentstatus bei der Ratingagentur. Das größte deutsche Geldhaus rückt damit wieder auf eine Stufe mit dem britischen Konkurrenten Barclays und der US-Bank JPMorgan Chase Chart zeigen. Die übrigen US-Investmentbanken haben schlechtere Werte. In Europa allerdings wird die Kreditwürdigkeit einiger Konkurrenten wie der französische BNP Paribas Chart zeigen, der britischen HSBC oder der Schweizer UBS besser bewertet.

mia/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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women_1900 29.07.2014
1.
und nach der Ratifizierung des Freihandelsabkommen mit den USA steigen die Rechtsrisiken in exhorbitante Höhen, dann stufen die Rating Agenturen die europäischen, deutschen Banken herab und danach den Euro Raum, dann ganz Europa. Und schon ist der freie Fall Europas, Deutschlands vorgrommaiert, ebenso der absolute Ausverkauf von allem: Trinkwasser, Energie, Rentenkassen, Rechtssystem + Demokratie. Danke Frau Merkel, daß Sie so ein großer Anhänger des TTIP sind.
wibo2 30.07.2014
2. Wird die Deutsche Bank die Einführung des TTIP überleben?
Zitat von sysopREUTERSTrotz gesteigerter Gewinne hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank herabgestuft. Grund sind auch die hohen Risiken aus den aktuell laufenden 6000 Rechtsstreitigkeiten der Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/moody-s-senkt-kredit-rating-der-deutschen-bank-a-983462.html
Die Banken müssen in den USA haften für ihre Machenschaften. Für die Deutsche Bank könnte das derartig teuer werden, dass sich die Überlebensfrage stellen könnte. Die Gefährdung des Vorsorgeprinzips durch das TTIP ist indes offenbar geworden. siehe http://www.spd.de/profil/15711666/blog/freihandelsabkommen-ttip-oder-freihandelsfalle
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