Fragwürdige Hypothekengeschäfte Morgan Stanley zahlt mehr als zwei Milliarden Dollar

Kompromiss nach jahrelangem Streit: Die Bank Morgan Stanley hat sich mit der US-Finanzaufsicht auf einen Vergleich in Milliardenhöhe geeinigt. Das Geldhaus hatte mit fragwürdigen Hypothekengeschäften viele Anleger hinters Licht geführt.
Morgan-Stanley-Büro in New York: 2,6 Milliarden Dollar

Morgan-Stanley-Büro in New York: 2,6 Milliarden Dollar

Foto: Justin Lane/ dpa

Washington/New York - Im Streit um windige Hypothekengeschäfte steht Morgan Stanley vor einem Vergleich mit den US-Behörden. Die Bank soll 2,6 Milliarden Dollar (etwa 2,3 Milliarden Euro) zahlen, wie aus einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Es sei eine grundsätzliche Übereinkunft erzielt worden. Das Geldhaus habe für den Fall 2,8 Milliarden Dollar zurückgelegt.

Der Kompromiss erfolgt nach einem jahrelangen Konflikt mit dem US-Justizministerium. Morgan Stanley ist eine von etlichen Banken, die Anleger am Markt für mit Immobilien besicherte Wertpapiere hinters Licht geführt haben sollen.

Banken wie Morgan Stanley sollen vor dem Ausbruch der Finanzkrise in großem Stil verschleiert haben, wie kritisch es um die Häuserkredite bestellt war, mit denen die Wertpapiere abgesichert wurden. Als die Immobilienpreise in den USA ab 2007 sanken, konnten viele Eigenheimbesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen, und die Papiere verloren massiv an Wert.

Im vergangenen Juli war Morgan Stanley bereits einen Vergleich über 275 Millionen Dollar mit der SEC eingegangen. Im Februar 2014 hatte die Investmentbank den beiden staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac im Rahmen einer Einigung mit der zuständigen Aufsichtsbehörde FHFA insgesamt 1,25 Milliarden Dollar gezahlt.

Anleger nahmen den bevorstehenden Deal mit den Regulierern relativ teilnahmslos zur Kenntnis. Die Aktie von Morgan Stanley  notierte nachbörslich etwas im Minus, reagierte aber kaum.

bka/dpa