Moskau Spezialkräfte stürmen russische Oligarchen-Bank

Sie waren bewaffnet und maskiert: Mehr als 20 Einsatzkräfte haben in Moskau ein Gebäude durchsucht, das zum Imperium des Oligarchen Alexander Lebedew gehört. Der profilierte Putin-Kritiker besitzt unter anderem eine wichtige pro-demokratische Zeitung - sollte er unter Druck gesetzt werden?

Bewaffneter verlässt Bankgebäude: Wer steckt hinter dem Einsatz?
REUTERS

Bewaffneter verlässt Bankgebäude: Wer steckt hinter dem Einsatz?


Hamburg - Mindestens 20 maskierte und bewaffnete Einsatzkräfte haben in Moskau gegen Mittag das Gebäude der privaten nationalen Reservebank, die von dem Milliardär Lebedew kontrolliert wird, umzingelt und gestürmt - inzwischen wurde die Aktion beendet. Artjom Artjomow, ein Mitarbeiter des Milliardärs, sprach von "20 oder 30 Leute mit Masken, die automatische Waffen tragen. In Russland ist so etwas als Masken-Show bekannt."

Nach Informationen der Internetzeitung Gazeta.ru führte die Leitung der Bank Gespräche mit den Einsatzkräften. Es war zunächst unklar, ob es sich um Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB oder einer anderen Einheit handelte. Aufgrund von Aussagen von Zeugen lässt sich vermuten, dass es sich um die Sondereinheit K des FSB gehandelt hat, die für die staatliche Sicherheit in Finanzfragen zuständig ist. Offenbar haben die Maskierten Dokumente mitgenommen.

Masken-Shows dienen in Russland vor allem als Mittel der Einschüchterung. In dem Gebäude sind auch die Büros des Staatskonzerns Rusnano, an dessen Spitze der russische Reformer Anatolij Tschubais steht.

Lebedew ist ein ehemaliger KGB-Spion, der sein Vermögen mit dem Handel von Wertpapieren in den Wirren des Untergangs der Sowjetunion 1991 machte. Er ist Miteigentümer der pro-demokratischen Zeitung "Nowaja Gazeta" und einer der profiliertesten Kritiker von Ministerpräsident und Ex-Präsident Wladimir Putin. Außerdem kaufte der Oligarch 2009 die englische Zeitung "Evening Standard" und in diesem Jahr den "Independent". Seine Firma hält außerdem Anteile an der russischen Fluglinie Aeroflot und dem Energiegiganten Gazprom.

böl/Reuters



insgesamt 53 Beiträge
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lmike, 02.11.2010
1. Bewaffnete in Masken umstellen Oligarchen-Bank
Ups, wurde eine Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei nach Moskau abkommandiert?
Dirty Diana 02.11.2010
2. a
Zitat von sysopSie sind bewaffnet und maskiert: Mehr als 20 Menschen haben in Moskau ein Gebäude umstellt, das zum Imperium des Oligarchen Alexander Lebedew gehört. Der Finanzmagnat besitzt unter anderem eine wichtige pro-demokratische Zeitung - soll er unter Druck gesetzt werden? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,726699,00.html
Schon mal was von Helloween gehört? Trick or Threat? Gebt den Jungs ein paar Zuckerstangen und Salzgebäck, dann hauen die schon wieder ab mit ihren Plastikgewehren und den Masken. Jede Wette.
shine31 02.11.2010
3. Na und?
Maskierte, bewaffnete Männer umstellen ein Gebäude in Moskau? Na und? Russland ist doch eine "lupenreine Demokratie". Ist alles rechtlich zulässig... Nachdem die Polizei auch nicht bereit zu sein scheint, um einzuschreiten, wird wohl alles in Ordnung sein...
aintnostyle 02.11.2010
4. Was für ein
Zitat von sysopSie sind bewaffnet und maskiert: Mehr als 20 Menschen haben in Moskau ein Gebäude umstellt, das zum Imperium des Oligarchen Alexander Lebedew gehört. Der Finanzmagnat besitzt unter anderem eine wichtige pro-demokratische Zeitung - soll er unter Druck gesetzt werden? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,726699,00.html
Artikel.. Was sagt uns das ? Stehen die noch da? Standen die da? 5 Minuten, 2 Stunden? Polizei? Gibt es sowas in Russland, hat es die nicht interessiert? waren die verhindert? Ist das Gebäude noch umstellt? Ist das Heute oder vor 27 Monaten passiert? Gibt es verletzte? habe die "Täter" sich abgesetzt, erkannt, unerkannt? Sehr informativ, nicht...
frubi 02.11.2010
5. .
Zitat von sysopSie sind bewaffnet und maskiert: Mehr als 20 Menschen haben in Moskau ein Gebäude umstellt, das zum Imperium des Oligarchen Alexander Lebedew gehört. Der Finanzmagnat besitzt unter anderem eine wichtige pro-demokratische Zeitung - soll er unter Druck gesetzt werden? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,726699,00.html
Alle Regierungskritiker sollten zusammenlegen um sich 20 russische Stiernacken vor das Kanzleramt zu bestellen. Das wäre doch mal ein Zeichen an Angie. Weniger Geld an Bankster, sonst kommt Ivan und die 19 Rummelboxer.
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