Korruptionsaffäre Motorenbauer MTU muss Millionenstrafe zahlen

Bordellbesuche für südkoreanische Geschäftspartner: Wegen einer Korruptionsaffäre hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über zwölf Millionen Euro gegen den Friedrichshafener Motorenbauer MTU erlassen.

Arbeiter im MTU-Werk Friedrichshafen
DPA

Arbeiter im MTU-Werk Friedrichshafen


Der Motorenbauer MTU Friedrichshafen muss wegen Bestechung eine Strafe von zwölf Millionen Euro zahlen. Im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften in Südkorea habe sich das Tochterunternehmen von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) unsauberer Methoden bedient, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Dienstag. RRPS teilte mit, den Strafbefehl akzeptieren zu wollen.

Das Unternehmen war nach eigenen Angaben durch externe Hinweise selbst auf mögliche Korruption bei seiner Tochter MTU Asia aufmerksam geworden und hatte Mitte Oktober 2011 die Staatsanwaltschaft informiert. Den Ermittlungen zufolge waren 2008 und 2009 Reisen für südkoreanische Militärbeamte als Fortbildungen deklariert worden - stattdessen handelte es sich dabei aber um Vergnügungstouren inklusive Vergünstigungen und Bordellbesuchen.

Auch an ein ehemaliges Vorstandsmitglied erging ein Strafbefehl: Der damals für die Asien-Geschäfte zuständige Manager erhielt laut Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und muss 30.000 Euro zahlen. Gegen fünf weitere frühere Mitarbeiter wird noch ermittelt.

kpa/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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bauigel 05.04.2016
1. 30.000 € Strafe für einen Manager?
Ein guter Witz. Bei geschätzten 150-200.000 € Jahreseinkommen keine wirkliche Strafe.
bauigel 05.04.2016
2.
Sorry.... hatte überlesen dass er Vorstandsmitglied ist. Dann kann man von 300.000 - 500.000 € Einkommen ausgehen. Da sind 30.000€ noch lächerlicher.
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