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15. April 2019, 13:09 Uhr

Remondis und Duales System

Kartellamt will Megafusion in der Müllbranche wohl verbieten

Darf Deutschlands größter Müllentsorger mit dem größten Recyclingunternehmen fusionieren? Das Bundeskartellamt warnt, das könne zu einer "Behinderung des Wettbewerbs" führen.

Mehr als fünf Monate ist es her, dass Deutschlands größtes Müllentsorgungsunternehmen Remondis das Duale System Deutschland (DSD) gekauft hat, das Verpackungsrecycling organisiert. Nun könnte die Übernahme am Widerstand des Bundeskartellamts scheitern.

Einer Mitteilung zufolge will das Kartellamt die Fusion verbieten - die Unternehmen bekommen aber noch zwei Wochen Zeit, um Stellung zu dem Entscheidungsentwurf zu nehmen.

DSD ist das größte duale System in Deutschland. Duale Systeme organisieren das Verpackungsrecycling im Auftrag und gegen Entgelt der Hersteller oder Händler. Sie beauftragen dafür die eigentlichen Entsorgungsunternehmen wie Remondis, die dann den Verpackungsmüll abholen, sortieren und aufbereiten.

"Nach vorläufiger Bewertung würde die Übernahme von DSD durch Remondis zu einer Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen in Deutschland führen", sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. "Zu befürchten wären höhere Kosten für DSD-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne von DSD und letztlich höhere Preise auf dem Markt für duale Systeme."

Früher war DSD mit dem Grünen PunktMonopolist, auf Intervention der EU-Kommission entstanden nach der Jahrtausendwende aber auch Wettbewerber. Obwohl DSD mit dem Grünen Punkt in den vergangenen Jahren Markteinteile eingebüßt hat, hat die Firma weiterhin eine Schlüsselrolle in der Abfallwirtschaft.

Auch Remondis ist in seiner Branche führend: Das Unternehmen ist schon heute etwa viermal so groß wie der nächstkleinere Wettbewerber.

Konkret äußert das Bundeskartellamt Bedenken in drei Punkten:

Mit der Übernahme würde Remondis auch Marktführer beim Geschäft rund um den Grünen Punkt und die Gelben Säcke werden. Darunter könnten auch die Verbraucher leiden: Denn Hersteller und Einzelhändler könnten mögliche Gebührenanhebungen für das Recycling der Gelben Säcke auf die Preise von Produkten wie Joghurt oder Softgetränken aufschlagen.

kko/dpa

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