Deutlich verkürzte Fahrzeit in die Innenstadt Münchner Flughafen soll ICE-Anschluss bekommen

»In zehn Minuten« wollte Edmund Stoiber einst den Münchner Hauptbahnhof per Transrapid mit dem Flughafen verbinden. Nun könnte sein Traum nach SPIEGEL-Informationen zumindest ein bisschen wahr werden – allerdings per ICE.
Lufthansa-Flugzeug am Münchner Airport

Lufthansa-Flugzeug am Münchner Airport

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Fluggäste aus der Münchner Innenstadt haben bisher zwei Möglichkeiten, mit der Bahn zum Flughafen nach Erding zu reisen: Die eine geht nach Westen um die Innenstadt herum, die andere nach Osten. Beide haben den großen Nachteil, dass sie eine gefühlte Ewigkeit dauern: rund 40 Minuten. Doch das soll sich ändern.

Die Deutsche Bahn plant den Anschluss des Münchner Flughafens an ihr Fernverkehrsnetz. Damit würde sich die Fahrtzeit für Passagiere zwischen Hauptbahnhof und Airport im ICE auf 15 Minuten verkürzen. Das geht aus bislang vertraulichen Unterlagen hervor, die der neue Infrastrukturvorstand Berthold Huber im Bundesverkehrsministerium eingereicht hat und die dem SPIEGEL vorliegen.

Ein neuer Flughafenbahnhof

Die Pläne sehen eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ingolstadt und einen Abzweig von dort sowie von der Strecke nach Landshut zum Airport vor. »Der Flughafen München braucht endlich eine attraktive Fernverkehrsanbindung«, heißt es in der sogenannten Ideenskizze, die dem SPIEGEL vorliegt. Dafür sei »ein neuer ICE-tauglicher Flughafenbahnhof unerlässlich«. Derzeit brauchen die S-Bahnen vom Hauptbahnhof fast das Dreifache der durch den ICE-Anschluss erreichten Zeit. Künftig soll auf dieser Strecke »wenigstens im 30-Minuten-Takt« ein ICE fahren.

Auch Züge in Richtung Frankfurt, Hamburg, Berlin sowie Österreich könnten deutlich schneller werden, ebenso die Verbindung von München nach Ingolstadt, die dann nur noch 25 Minuten dauern soll. Die Kosten für das Projekt veranschlagen die Bahn-Planer mit insgesamt rund fünf Milliarden Euro, der volkswirtschaftliche Nutzen wird mit 7,1 Milliarden Euro angegeben.

Die Bahn-Manager versprechen sich für den geplanten »Deutschlandtakt« eine deutliche Verbesserung in der stündlichen Verbindung von Metropolen und Flughäfen. Gerade gegenüber dem weiteren Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt stelle die bisherige Situation »einen zunehmenden Wettbewerbsnachteil« dar. Nach SPIEGEL-Informationen ist der Plan auch mit Verantwortlichen von Lufthansa und dem Münchner Flughafen diskutiert worden. Das Projekt wäre das größte Bauvorhaben der Bahn seit vielen Jahren.

Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) mit einem Modell des Flughafen-Transrapids (2007)

Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) mit einem Modell des Flughafen-Transrapids (2007)

Foto: A3483 Matthias Schrader/ dpa

Das Anschlussproblem des Münchner Flughafens hat auch damit zu tun, dass es ursprünglich ganz andere Pläne gegeben hatte. Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) schlug vor, den Airport und die Innenstadt per Transrapid zu verbinden. Zehn Minuten sollte die Fahrt dauern. Doch es regte sich Widerstand, unter anderem vom damaligen Münchner Bürgermeister Christian Ude (SPD). Zudem gab es technische Bedenken, die Magnetschwebebahn durch einen Tunnel zu verlegen. Im Jahre 2008 wurde das Projekt, das eine 37 Kilometer lange Trasse vorsah, vom damaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) beerdigt.

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