S&K Gründer sollen Anlegergeld für exzessiven Lebensstil genutzt haben

Autos von Nobelmarken, Partys und leichtbekleidete junge Frauen: Die beiden mutmaßlichen Betrüger und Gründer der Immobiliengruppe S&K führten offenbar ein ausschweifendes Leben. Die Beschuldigten sollen diesen Lebensstil mit dem Geld ihrer Anleger finanziert haben.

Frankfurt am Main - Die beiden des Betrugs beschuldigten Gründer des Immobilienunternehmens S&K, Stephan Schäfer und Jonas Köller, sollen ein ausschweifendes Leben geführt haben. "Die betrügerisch erlangten bzw. veruntreuten Anlegergelder sollen hauptsächlich für den extrem aufwendigen und exzessiven Lebensstil der Beschuldigten, für die Anschubfinanzierung, den Aufbau und die hohen laufenden Kosten von eigenen und verbundenen Unternehmen sowie für zweckwidrige Objektfinanzierungen verwendet worden sein", teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

Die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass Schäfer und Köller häufig ausschweifende Partys gefeiert hätten. Unter anderem soll Köller für eine Veranstaltung einen Elefanten gemietet haben. Auf Fotos sind die beiden S&K-Gründer mit Luxuskarossen zu sehen. Zum Fuhrpark des Unternehmens gehören nach Informationen des Magazins unter anderem Autos der Marken Porsche, Lamborghini, Ferrari, Bentley, Aston Martin, Audi und BMW.

Am Mittwoch waren die Razzien gegen Tochterunternehmen der S&K Immobiliengruppe fortgesetzt worden. Dabei hatten Ermittler die Räumlichkeiten der DCM Verwaltungs GmbH sowie der DCM Service GmbH in München durchsucht. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf Anfrage von manager magazin online. Die Unternehmen waren im vergangenen Jahr an S&K verkauft worden.

Zuvor hatten am Dienstag unter Leitung der Frankfurter Staatsanwaltschaft 1200 Beamte an rund 130 Orten in sieben Bundesländern Privat- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen durchsucht. Dabei waren mehrere Personen festgenommen worden, sechs davon aufgrund von Haftbefehlen. Darunter waren auch Schäfer und Köller. Laut eigenen Angaben verwaltet S&K einen Immobilienbestand mit einem Volumen von über 1,7 Milliarden Euro.

S&K sowie Partnern wird vorgeworfen, ein umfangreiches Schneeballsystem aufgebaut zu haben und Anleger um mehr als 100 Millionen Euro betrogen zu haben. Unter anderem soll S&K laut "Wirtschaftswoche" Immobilien in seinem Referenzkatalog aufgeführt haben, die das Unternehmen gar nicht besessen hatte.

Bei den Razzien soll die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von über hundert Millionen Euro gesichert haben, um den entstandenen Schaden für Anleger auszugleichen. Insgesamt wird gegen rund 50 Beteiligte ermittelt, darunter auch mehrere Notare und Rechtsanwälte. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.

max/dpa
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