Mutmaßlicher Cum-ex-Betrug Deutscher Banker auf Mallorca gefasst

Zielfahnder des BKA haben den Aufenthaltsort eines deutschen Geschäftsmanns ermittelt, der als Drahtzieher von Cum-ex-Geschäften gilt. Nach der Festnahme auf Mallorca bemüht sich die Staatsanwaltschaft um seine Auslieferung.
Zuschauer während eines Cum-ex-Prozesses in Frankfurt am Main (März 2021)

Zuschauer während eines Cum-ex-Prozesses in Frankfurt am Main (März 2021)

Foto: Boris Roessler / dpa

Hessischen Behörden ist ein Schlag gegen einen mutmaßlichen Steuerbetrüger gelungen: Auf Mallorca wurde der ehemalige Chef eines Bankhauses wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung durch Cum-ex-Geschäfte festgenommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

Der Mann soll zwischen 2008 und 2010 federführend zusammen mit weiteren Beschuldigten ein Cum-ex-Leerverkaufsmodell erschaffen und mehrfach angewendet haben. Dadurch sollen über 51 Millionen Euro Kapitalertragssteuern und Solidaritätszuschlag hinterzogen worden sein. Darüber hinaus soll er 2021 Teile seines Immobilienvermögens in Deutschland an Familienangehörige übertragen haben.

Cum-ex ist zur Chiffre für eine komplexe, aber sehr weitreichende Betrugsmasche geworden, mit denen Banker und Investoren über Jahre die deutschen Steuerkassen prellten. Dabei wurden bestimmte Aktien zwischen verschiedenen Eigentümern hin- und hergeschoben. Dies geschah rund um Auszahlungstermine für Aktiendividenden. Daraufhin ließen sich für eine Aktie gleich mehrere »Besitzer« die Kapitalertragsteuer vom Staat erstatten, die gar nicht erst gezahlt worden war.

Bei dem nun Festgenommenen handelt es sich um den ehemaligen Geschäftsführer einer inländischen Tochtergesellschaft einer ausländischen Bank mit Sitz in Frankfurt am Main. Zuletzt war der 56-Jährige in den Niederlanden gemeldet. Er wurde von der spanischen Kriminalpolizei festgenommen. Zuvor hatten Zielfahnder des Bundeskriminalamts (BKA) den Mann ausfindig gemacht. Die deutsche Generalstaatsanwaltschaft will nun seine Auslieferung nach Deutschland erreichen.

Die Cum-ex-Geschäfte haben in den vergangenen Jahren nicht nur wegen des zweistelligen Milliardenschadens Schlagzeilen gemacht, sondern auch wegen der Rolle, die Olaf Scholz (SPD) dabei mutmaßlich spielte (mehr Hintergründe dazu finden Sie hier).

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.