Nach elftägiger Verlustserie Dax legt um mehr als drei Prozent zu

Aufatmen auf dem Frankfurter Parkett: Nach elf verlustreichen Handelstagen in Folge schloss der Dax nach heftigem Auf und Ab mehr als drei Prozent höher. Auch andere europäische Börsen erholten sich - doch die Verluste der vergangenen Tage sind immens.

Händler an der Frankfurter Börse: Stetig in die Gewinnzone gearbeitet
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Händler an der Frankfurter Börse: Stetig in die Gewinnzone gearbeitet


Frankfurt am Main - Europas Börsen haben am Donnerstag erneut eine Berg- und Talfahrt hingelegt - am Ende schlossen alle Märkte jedoch im Plus. Der Dax Chart zeigen gewann zum ersten Mal seit elf Handelstagen wieder deutlich hinzu: Bei Börsenschluss notierte der deutsche Leitindex bei 5797 Punkten um 3,3 Prozent höher als am Vortag.

Zuvor hatten hartnäckige Gerüchte um die Stabilität französischer Banken den Dax auf ein neues Jahrestief von 5487 Punkten getrieben, nachdem er am Morgen noch mit 2,8 Prozent im Plus gestartet war. Am Nachmittag arbeitete er sich dann stetig in die Gewinnzone, unterstützt durch die New Yorker Börse. Nach Handelsschluss in Deutschland lag der Dow Jones Chart zeigen um 3,5 Prozent höher als am Vortag.

In London schloss der FTSE-100-Index mit 3,1 Prozent im Plus, der CAC 40 in Paris gewann am Ende des Tages 2,9 Prozent hinzu. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen lag ebenfalls um 2,9 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch. Auch die italienischen und spanischen Börsen notierten zum Handelsschluss höher als am Vortag, nachdem die Kurse auch dort heftig schwankten. Händler machten die zahlreichen Gerüchte für das Auf und Ab verantwortlich.

Börsianer warten gespannt den letzten Handelstag der Woche ab. "Wichtig wird nun der morgige Tag", sagte ein Händler mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung in der Gerüchteküche.

Franken beendet Höhenflug

Die Verluste der vergangenen Tage sind immens: Die weltweiten Börsen haben seit Beginn des Monats etwa vier Billionen Dollar an Wert eingebüßt. Dies entspricht nahezu der Größe der Volkswirtschaften Italiens, Spaniens, Portugals, Irlands und Griechenlands.

Die verunsicherten Investoren flüchteten sich vor allem in Gold und Währungen wie den Schweizer Franken. Doch dessen Höhenflug endete am Donnerstag vorerst. Sowohl zum Euro als auch zum Dollar gab er im Tagesverlauf um rund fünf Prozent nach. Händler verwiesen auf Äußerungen aus den Reihen der Schweizer Notenbank SNB, wonach eine zeitweise Anbindung des Franken an den Euro grundsätzlich möglich sei. Wegen der Flucht in den Franken war dieser zeitweise fast so viel wert wie der Euro.

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte unterdessen vor einem schwächeren Wachstum in der Euro-Zone. In einer im EZB-Monatsbericht veröffentlichten Umfrage sehen Experten für das kommende Jahr ein niedrigeres Wirtschaftswachstum. Dann sei nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent statt der zuvor prognostizierten 1,7 Prozent zu rechnen.

Auch in Deutschland mehren sich die Anzeichen für ein Ende des Booms: Die Zahl der offenen Stellen fiel im zweiten Quartal um 80.000 gesunken und lag unter die Marke von einer Million. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht darin aber keinen Dämpfer für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. "Wir sind immer noch in der Aufschwungphase, aber die Dynamik nimmt ab", sagte IAB-Experte Martin Dietz.

fdi/Reuters/dpa-AFX/dapd/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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dunnhaupt 11.08.2011
1. Keine Verluste für den Einzelinvestor
Verloren haben wie immer nur die Fonds. Der Einzelinvestor hingegen verlor gar nichts, es sei denn, er war so unklug, ausgerechnet jetzt etwas zu verkaufen. Vielmehr sollte er jetzt hinzu kaufen, wo die Preise billiger sind. Es gibt günstige Zeiten zum Kaufen und zum Verkaufen, es gibt aber auch Tage, wo man am besten gar nichts unternimmt.
bananenfan 11.08.2011
2. .
Zitat von dunnhauptVerloren haben wie immer nur die Fonds. Der Einzelinvestor hingegen verlor gar nichts, es sei denn, er war so unklug, ausgerechnet jetzt etwas zu verkaufen. Vielmehr sollte er jetzt hinzu kaufen, wo die Preise billiger sind. Es gibt günstige Zeiten zum Kaufen und zum Verkaufen, es gibt aber auch Tage, wo man am besten gar nichts unternimmt.
Und wieso waren die Fondsmanager gezwungen zu verkaufen?!
kanone3 11.08.2011
3. Gold
Übrigens wurden heute auch die sog. Margin-Anforderungen für Gold an der CME-Börse erhöht. Das bedeutet, dass man jetzt mehr Geld hinterlegen muss um auf den Goldpreis spekulieren zu können. Das dürfte auch mit zu einem Rückgang des Goldpreises beigetragen haben (wenn auch nicht auf Dauer).
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