Nach Gaddafi-Sturz Deutsche Industrie hofft auf gute Geschäfte mit Libyen

Erst Außenminister Guido Westerwelle, jetzt die Konzerne: Deutschland hofft laut dem Industrieverband BDI auf eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit Libyen. Die Unternehmen stehen demnach in den Startlöchern.

BDI-Präsident Keitel: Umbruch zuallererst politisch eine große Chance
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BDI-Präsident Keitel: Umbruch zuallererst politisch eine große Chance


Frankfurt am Main - Noch ist die politische Zukunft Libyens nicht geklärt - doch die deutsche Industrie bringt sich schon jetzt in Stellung für die Zeit nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi: "Selbstverständlich stehen deutsche Unternehmen bereit und strecken die Hand aus für eine verstärkte wirtschaftliche Kooperation und eine Stabilisierung der gewonnenen Freiheit", sagte Hans-Peter Keitel, Präsident des Industrieverbands BDI, der "Frankfurter Rundschau". Dabei träten sie nicht als Hilfsorganisation auf, sondern als faire Partner.

Libyen gilt als interessanter Markt für praktisch alle Branchen. Im milliardenschweren Öl- und Gasgeschäft ist die Konkurrenz seitens der USA, Frankreichs und Großbritanniens besonders groß. So hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bereits gefordert, dass Deutschland eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nach dem Sturz Gaddafis übernehmen solle.

BDI-Präsident Keitel betonte zugleich, dass Libyen aus guten Gründen in der Vergangenheit kein bevorzugter deutscher Markt gewesen sei. "Mit derselben Klugheit und der aus den Abläufen der letzten Monate gebotenen politischen Zurückhaltung sollten wir alle Chancen nutzen", sagte er. Der Umbruch in Nordafrika sei zuallererst politisch eine große Chance. Die Freiheit, die Millionen von Menschen dort gerade gewönnen, biete wirtschaftliche Möglichkeiten auch für deutsche Unternehmen.

yes/AFP



insgesamt 34 Beiträge
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uinen_osse 29.08.2011
1. Was sonst
aber dieses mal sind sie nicht auf der Pole ...
Fackus, 29.08.2011
2. widerlich
Zitat von sysopErst Außenminister Guido Westerwelle, jetzt die*Konzerne: Deutschland*hofft laut dem Industrieverband BDI*auf eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit Libyen. Die Unternehmen stehen demnach in den Startlöchern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783004,00.html
Umbruch = Freiheit für Millionen, Chance, ... aha. Chance für Millionen-Gewinne sollte es natürlich heissen, wenn ein Wirtschaftler da spricht. Gut - wir profitieren davon. So ist die Welt und sich aus ethischen Gründen von diesem Rattenrennen fern zu halten führt zu nichts. Gadhafi hat wohl nicht mehr so gespurt, wie es der Westen gerne gehabt hätte - also schlägt man sich auf die Seite der Gegner und mit Natohilfe immer feste drauf. Widerlich nur: Das ganze Spielchen dermassen extrem mit den potemkinschen Fassaden aus Ethikgeschwafel, Freiheit und Menschenfreudlichkeit aufzupeppen. Man hat sich mit dem Kalkül des grössten eigenen Nutzens in einen Bürgerkrieg eingemischt und dabei gibt es sicher nicht nur die 'Guten', sondern zwei Gegner, die sich gegenseitig totschiessen. Ethisch wäre ein Natoeinsatz gewesen, der die Gegner möglichst trennt und so lange in Schach hält, bis sich Lösungen finden. Aber daran verdient man ja nichts...
leberknecht 29.08.2011
3. Toll!
Zitat von sysopErst Außenminister Guido Westerwelle, jetzt die*Konzerne: Deutschland*hofft laut dem Industrieverband BDI*auf eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit Libyen. Die Unternehmen stehen demnach in den Startlöchern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783004,00.html
Danke an die Nato! Jetzt können wir endliche auch wider dortloslegen. Das wird weiteren Wohlstand für uns Deutsche und unsere Freunde bringen. Nun müssen wir weiterdenken und dabei die Bodenschätze in Syrien nicht vergessen. Weit im Blick mit unseren Nato-Freunden sehen wir auch die Bodenschätze in Sibirien, denn diese Schätzen gehören auch uns! Und auch dort müssen wir endlich mal friedliche Demonstranten schützen (natürlich demokratisch mit der Nato)!
marvinw 29.08.2011
4. Ja wohl
---Zitat--- Deutsche Industrie hofft auf gute Geschäfte mit Libyen ---Zitatende--- Nachdem der unbequeme Geschäftspartner beseitigt wurde und das Land noch mehr in Kriegsruin liegt, kann man dort sicherlich gute Preise aushandeln. Auf Armutsländer freut sich unsere Raubwirtschaft ganz besonders.
berns 29.08.2011
5. Gaddafi war ein Freund der Deutschen
Zitat von sysopErst Außenminister Guido Westerwelle, jetzt die*Konzerne: Deutschland*hofft laut dem Industrieverband BDI*auf eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit Libyen. Die Unternehmen stehen demnach in den Startlöchern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783004,00.html
Er war. Nicht mehr jetzt, nachdem die Bundesregierung die NATO-Intervention und die Bombenangriffe auf das libysche Volk und auf Städte und Dörfer unterstützt und die den Libyern gehörenden über 400 Tankstellen und die Konten Libyens beschlagnahmt hat. In der Zeit unter Gaddafi haben viele deutsche Firmen gute Geschäfte mit Libyen machen können. Das ist jetzt vorbei! Unter Gaddafi wurden auch alle Rechnungen bezahlt. Libyen unter Gadafi hatte KEINE Schulden. Ich bezweifle, dass sich das unter den so genannten "Rebellen" so weiter entwickeln würde. "Rebellen" die morden und plündern, kann ich mir nicht gut als Geschäftspartner vorstellen. Die Verantwortlichen für die Anti-Gaddafi-Politik sollten künftig auf der Hut sein. Die Rache des libyschen Volkes könnte fürchterlich werden.
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