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Nach Gaddafi-Sturz Deutsche Industrie hofft auf gute Geschäfte mit Libyen

Erst Außenminister Guido Westerwelle, jetzt die Konzerne: Deutschland hofft laut dem Industrieverband BDI auf eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit Libyen. Die Unternehmen stehen demnach in den Startlöchern.
BDI-Präsident Keitel: Umbruch zuallererst politisch eine große Chance

BDI-Präsident Keitel: Umbruch zuallererst politisch eine große Chance

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Frankfurt am Main - Noch ist die politische Zukunft Libyens nicht geklärt - doch die deutsche Industrie bringt sich schon jetzt in Stellung für die Zeit nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi: "Selbstverständlich stehen deutsche Unternehmen bereit und strecken die Hand aus für eine verstärkte wirtschaftliche Kooperation und eine Stabilisierung der gewonnenen Freiheit", sagte Hans-Peter Keitel, Präsident des Industrieverbands BDI, der "Frankfurter Rundschau". Dabei träten sie nicht als Hilfsorganisation auf, sondern als faire Partner.

Libyen gilt als interessanter Markt für praktisch alle Branchen. Im milliardenschweren Öl- und Gasgeschäft ist die Konkurrenz seitens der USA, Frankreichs und Großbritanniens besonders groß. So hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bereits gefordert, dass Deutschland eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nach dem Sturz Gaddafis übernehmen solle.

BDI-Präsident Keitel betonte zugleich, dass Libyen aus guten Gründen in der Vergangenheit kein bevorzugter deutscher Markt gewesen sei. "Mit derselben Klugheit und der aus den Abläufen der letzten Monate gebotenen politischen Zurückhaltung sollten wir alle Chancen nutzen", sagte er. Der Umbruch in Nordafrika sei zuallererst politisch eine große Chance. Die Freiheit, die Millionen von Menschen dort gerade gewönnen, biete wirtschaftliche Möglichkeiten auch für deutsche Unternehmen.

yes/AFP
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