Nach Lieferproblemen Eisenbahnamt lässt erste neue ICE-Züge zu

Ende einer "Mega-Peinlichkeit" für den Hersteller Siemens: Die Deutsche Bahn bekommt laut "FAZ" endlich die lange erwarteten 16 neuen ICE-Züge. Vier davon hat das Eisenbahn-Bundesamt bereits für den Personenverkehr zugelassen.
Montage eines ICE 3 bei Siemens: Auslieferung von 16 Zügen

Montage eines ICE 3 bei Siemens: Auslieferung von 16 Zügen

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa

Berlin - Seit Monaten kämpft die Deutsche Bahn mit dem Passagieransturm im Fernverkehr. Der Konzern hatte kaum noch genügend Züge, um die Nachfrage zu bedienen und fürchtete, Kunden könnten dem Unternehmen wegen überfüllten Waggons den Rücken kehren. Jetzt scheint Abhilfe nahe: Der Weg für die lange erwartete Auslieferung von 16 ICE-Hochgeschwindigkeitszügen ist offenbar frei. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat noch kurz vor Weihnachten bereits vier Züge für den Einsatz im Personenverkehr zugelassen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ").

Dem Bericht zufolge könnte die Bahn die Züge sofort einsetzen. Beobachter rechneten allerdings damit, dass diese zunächst nicht im laufenden Betrieb auf den Schienen verkehren werden, sondern lediglich als Reserve vorgehalten werden sollen.

Der Zughersteller Siemens   hatte für die 16 bestellten ICE 3 bislang keinen Auslieferungstermin genannt. Eigentlich hätten die Hochgeschwindigkeitszüge bereits seit Dezember 2011 fahren sollen. Seitdem gibt es immer wieder Querelen zwischen Siemens, dem Bahnbetreiber DB und dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als Kontrollinstanz. Dann war geplant, acht der ICE im Dezember 2012 in Betrieb zu nehmen. Dies scheiterte aber an Problemen mit der Software für die Zugsteuerung. Personalengpässe im Eisenbahn-Bundesamt kamen erschwerend hinzu. Zuletzt sollten vor einem Jahr acht der von Siemens unter dem Namen Velaro D gebauten Züge eingesetzt werden.

Allerdings hat die Bahn auch selbst zu dem Engpass beigetragen. Um für den geplanten Börsengang 2008 fit zu sein, hatte der Konzern über Jahre die Bestellung neuer Fernzüge aufgeschoben, um die Sparte nicht mit Investitionskosten zu belasten.

bos
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