Nach Opel-Magna-Einigung Belgier werfen Deutschland Protektionismus vor

Der bevorstehende Opel-Verkauf provoziert in Belgien Unruhe und Verärgerung: Vize-Premierminister Didier Reynders fordert eine EU-Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland. Auch in Spanien stößt die Einigung mit GM auf Kritik.

Opel-Logo: Deutsch-amerikanische Einigung verärgert belgische Regierung
ddp

Opel-Logo: Deutsch-amerikanische Einigung verärgert belgische Regierung


Brüssel/Madrid - Der Verkauf von Opel an Magna und die Sberbank scheint besiegelt zu sein - viele deutsche Politiker bejubeln den Beschluss. In Belgien dagegen schimpft die Regierung: Der liberale Finanzminister und Vize-Premierminister Didier Reynders sagte am Freitag laut Nachrichtenagentur Belga, es sollte auf europäischer Ebene eine Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland geben. Der belgische Opel-Standort Antwerpen gilt als gefährdet.

Arbeitsministerin Joëlle Milquet beklagte, dass es bei der Opel-Krise an europäischem Zusammenhalt mangele. "Alle Werke von Opel müssen weitergeführt werden", sagte sie. Der Bürgermeister von Antwerpen, Patrick Janssens, verlangte, dass so schnell wie möglich Klarheit geschaffen wird über die Zukunft des Autowerks in seiner Stadt.

Kritik auch in Spanien

Auch in Spanien stößt die deutsch-amerikanische Vereinbarung vom Donnerstag auf Kritik. Die Gewerkschaften kündigten Proteste an, sollte es in dem Opel-Standort im nordostspanischen Figueruelas zu einem massiven Stellenabbau kommen. In dem Werk nahe Saragossa gelten rund 1650 der insgesamt 7500 Jobs als gefährdet. Ein Sprecher der Gewerkschaft UGT kündigte nach Rundfunkberichten vom Freitag für diesen Fall "massiven Widerstand" an. Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen.

Der Vorsitzende des Betriebsrates in Figueruelas, José Juan Arcéiz, rief Magna auf, sich nach wirtschaftlichen und nicht nach politischen Gesichtspunkten zu richten. Das spanische Werk, wo die Modelle Corsa und Meriva montiert werden, sei das rentabelste und produktivste des Konzerns in Europa. Die Zukunftspläne für Opel müssten dies berücksichtigen, forderte auch die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado. Ihrer Ansicht nach sind die Arbeitsplätze in Figueruelas zumindest im Augenblick aber nicht in Gefahr.

ssu/dpa-AFX



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Seite 1
AndyH 10.09.2009
1.
Gewinn machen.
schlob 10.09.2009
2.
Zitat von AndyHGewinn machen.
a.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
kdshp 10.09.2009
3.
Zitat von sysopOpel wird an einen Investor verkauft: Der Verwaltungsrat von General Motors hat sich mehreren Nachrichtenagenturen zufolge für eine Trennung von der deutschen Tochter ausgesprochen, wird dafür aber Bedingungen stellen. Demnach erhält Magna den Zuschlag. Was will GM wirklich?
Hallo, druck machen um so von der CDU/CSU/FDP mehr zugeständnisse zu belommen also auch cash (geld). Der mann bei GM ist ein kaufmann das ist sein job das scheint aber nur herr guttenberg zu raffen wird aber von der CDU und gerade von frau merkel gebremst. ES sind ja auch wahlen und hier möchte ich aber auch mal die presse kritisieren die aus meiner sicht nur noch berichetet aber nicht mehr journalistisch hinterfragt ! Gerade frau merkel wird wie ein rohes ei behandelt wohl eien art frauen bonus !
AndyH 10.09.2009
4.
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Nicht gesagt. Sie behalten ein Sperrminorität, am sonsten holen so viel (Bar-)Geld ab wie die Russen und Frau Merkel lockermachen können. Magna übernimmt lediglich die Management und wirkt als Sündenbock, falls doch paar Leute gefeuert werden. Geld hat Magna schon lange keine, die fahren Verluste ein. GM wird als Sperrminorität und größte Kunde (auch bei Magna) bestimmen wo es langgeht.
kdshp 10.09.2009
5.
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Hallo, das ist aber wohl die absicht also das frau merkel eben zustimmt egal was GM fordert. Wenn er frau merkel anruft dann ist sie ja wohl DIE PERSON die das entscheiden kann/wird. Ja frau merkel jetzt aber mal butter bei de fische wieviel mrd wollen sie noch einer privaten firma geben ?! Opel-Zukunft GM-Chef teilt Merkel Entscheidung am Telefon mit http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,648074,00.html
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