Nach Shitstorm Edeka legt mit Werbespot zum Vatertag nach

Ein Werbespot von Edeka zum Muttertag sorgte für Diskussionen über Erziehung, Geschlechterrollen und Feminismus. Jetzt will sich der Konzern "der Kritik stellen" - und veröffentlicht einen zweiten Teil.

DPA

Der Handelskonzern Edeka hat nach seinem umstrittenen Werbespot zum Muttertag einen ähnlichen Spot zum Vatertag veröffentlicht. Er endet mit den Worten "Danke Papa, dass du nicht Mama bist" und greift damit das Ende des ersten Spots auf, der in den sozialen Netzwerken starke Reaktionen ausgelöst hatte. Väterorganisationen hatten den Spot als männerfeindlich und sexistisch bezeichnet.

Beim Deutschen Werberat waren 750 Beschwerden eingegangen und hatten zu einer öffentlichen Rüge geführt, weil die Werbung sowohl Männer als auch Frauen diskriminiere.

Nun ließ sich die Lebensmittelkette von der Werbeagentur Jung von Matt zum Vatertag einen zweiten Film produzieren. "Die Kampagne war von Beginn an sowohl für den diesjährigen Mutter- als auch Vatertag angelegt", schreibt Edeka auf Facebook. "Um die Kampagnenidee zu verdeutlichen, aber auch, weil wir uns der Kritik stellen möchten, anstatt sie zu verschweigen, haben wir uns dazu entschieden, auch den Onlinefilm zum Vatertag zu veröffentlichen."

Der neue Spot ist deutlich kürzer und weniger angreifbar als der Muttertags-Werbefilm. Wie der erste Spot ist auch der zweite in Schwarz-Weiß gehalten. "In beiden Onlinefilmen stellen wir filmisch, in überspitzter Form und mit einem ironischen Augenzwinkern, das alltägliche Familienleben dar", schreibt Edeka auf Facebook. "Um zu zeigen, dass die Aussagen im Film nicht unserem realen, modernen Bild von Vätern und Müttern entsprechen, haben wir bewusst einen Schwarz-Weiß-Filter gewählt."

hej/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
spon_7302413 27.05.2019
1. Manchmal...
... frage ich mich, wo den Leuten der Humor auf dem Weg vom Kindsein bis zu der Stunde, in der sie sich über etwas wirklich lustig, aphoristisch Zugespitztes und ironisch treffenden in einen Werbe-Sketch Gepacktes derart aufregen können, dass umgehend die empörte Schnappatmung einsetzt. Wer am verkniffen 'korrekt' sein will, und den Menschen implizit kein eigenes Urteilsvermögen und Fähigkeiten zur richtigen Einordnung zutraut, lässt den Menschen keinen Raum zum simplen ungezwungenen Menschsein mehr. Wenn kein Raum mehr bleibt für Selbstironie und ein wenig satirische Überzeichnung, killt das letztlich die Kultur und die Lockerheit im Umgang. Denn die lebt nicht von verkrampfter Correctness, sondern von Empathie, Kreativität und der Kunst, Fünfe auch an der richtigen Stelle gerade sein zu lassen. Aber meine Hoffnung, dass die vernagelt Sendungsbewussten und professionell Betroffenen sich in der Hinsicht noch lockern werden, tendiert inzwischen gegen Null.
lichtbricht 27.05.2019
2. Dieses mal
Wird das eine Geschlecht nicht durch das Versagen des anderen hervorgehoben. Geht doch.
hosenmatz15 27.05.2019
3. Manchmal einfach nichts sagen...
Jetzt versuche ich Sexismus in die eine Richtung einfach mit Sexismus gegen über dem anderen Geschlecht auszugleichen - tolle Taktik. Wenn ich einen Witz über Franzosen reisse beleidige danach einfach noch die Engländer, dann mögen mich die Franzosen sicher wieder.... Man fragt sich schon was der Marketingchef von Edeka eigentlich beruflich macht.
mvp81 27.05.2019
4.
Ich finde beide Spots gelungen. Ich sollte mich jetzt wohl schämen.
Paule Paulson 28.05.2019
5.
Zitat von spon_7302413... frage ich mich, wo den Leuten der Humor auf dem Weg vom Kindsein bis zu der Stunde, in der sie sich über etwas wirklich lustig, aphoristisch Zugespitztes und ironisch treffenden in einen Werbe-Sketch Gepacktes derart aufregen können, dass umgehend die empörte Schnappatmung einsetzt. Wer am verkniffen 'korrekt' sein will, und den Menschen implizit kein eigenes Urteilsvermögen und Fähigkeiten zur richtigen Einordnung zutraut, lässt den Menschen keinen Raum zum simplen ungezwungenen Menschsein mehr. Wenn kein Raum mehr bleibt für Selbstironie und ein wenig satirische Überzeichnung, killt das letztlich die Kultur und die Lockerheit im Umgang. Denn die lebt nicht von verkrampfter Correctness, sondern von Empathie, Kreativität und der Kunst, Fünfe auch an der richtigen Stelle gerade sein zu lassen. Aber meine Hoffnung, dass die vernagelt Sendungsbewussten und professionell Betroffenen sich in der Hinsicht noch lockern werden, tendiert inzwischen gegen Null.
Hm? "ironisch treffend"? "ein wenig satirische Überzeichnung"? Reden wir vom gleichen Spot? Auch wenn man mal animmt, dass Väter sich nicht so anstellen sollten (Was ich nicht beurteilen kann, ich bin keiner): Der Humor ist doch nun wirklich bestenfalls auf Holzhammer-Niveau.
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