Insolventer Reisekonzern Thomas Cook Deutschland steht vor der Zerschlagung

Der Markenname ist bereits verkauft worden, nun geht es darum, was mit dem Geschäft der deutschen Thomas-Cook-Tochter passiert. Investoren haben offenbar nur an Teilen davon Interesse.
Zentrale der deutschen Thomas Cook in Oberursel, Hessen

Zentrale der deutschen Thomas Cook in Oberursel, Hessen

Foto: Frank Rumpenhorst / DPA

Dem insolventen deutschen Reisekonzern Thomas Cook droht die Zerschlagung. Bislang liege kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft vor, teilten die vorläufigen Insolvenzverwalter und das Unternehmen mit. Deshalb müsse die Thomas Cook Touristik GmbH "die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereiten".

Eine Lösung für den Konzern als Ganzes ist damit zwar nicht endgültig auszuschließen. Bislang zeichnet sich aber vor allem Interesse von Käufern an einzelnen Firmenteilen ab. Mit den angestrebten Verkäufen könnte den Angaben zufolge gut die Hälfte der etwa 2100 Jobs in Deutschland gesichert werden.

Das Unternehmen, zu dem etwa Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite der britischen Thomas-Cook-Mutter geraten. Die deutsche Thomas Cook hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt.

Interesse an Bucher Reisen und Öger Tours

"Wir und die vorläufige Insolvenzverwaltung führen nach wie vor Gespräche und werden alle sich uns bietenden Chancen nutzen, um für die Mitarbeiter und die unterschiedlichen Bereiche unseres Unternehmens eine Zukunftslösung zu finden", sagte Geschäftsführerin Stefanie Berk.

Großes Interesse gibt es den Angaben zufolge an Bucher Reisen und Öger Tours. "Die Verhandlungen über deren Fortführung sind sehr weit fortgeschritten", hieß es. Zudem könnten die Hotel-Franchise-Systeme Sentido und Smartline in Kürze einen neuen Besitzer erhalten, noch sei aber nichts unterschrieben. Für die Thomas-Cook-eigene Reisebürokette und das Franchise-Reisebüro-System stehe man in finalen Verhandlungen.

Auch für die Markennamen Neckermann und Air Marin sehen die vorläufigen Insolvenzverwalter gute Chancen, einen Käufer zu finden. Der Markenname Thomas Cook wurde am vergangenen Freitag bereits vom chinesischen Unternehmen Fosun Tourism übernommen.

Wie es weitergeht für Kunden von Pauschalreisen, die bereits für 2020 gebucht und bezahlt haben, wird aktuell geprüft. Bislang hat die deutsche Thomas Cook sämtliche Reisen bis Ende des Jahres abgesagt. Die von der Insolvenz betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Die versicherte Summe reicht jedoch bei Weitem nicht aus, sodass Geschädigte wohl nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

kko/dpa