Nervöse Märkte Massiver Kurssturz bei Bankaktien

Die Erholungsphase war nur kurz, die Kurse an den internationalen Börsen fallen wieder: Der Dax verlor 5,1 Prozent, der Dow Jones startete tief im Minus. Der Kurs der französischen Bank Société Générale stürzte um mehr als 20 Prozent ab.

Händler an der Frankfurter Börse: Dax verlor zeitweise mehr als 500 Punkte
dapd

Händler an der Frankfurter Börse: Dax verlor zeitweise mehr als 500 Punkte


Frankfurt am Main/New York - Mit der kurzen Aufwärtsbewegung war es schnell wieder vorbei: Die europäischen Aktienmärkte sind angesichts neuer Konjunktursorgen erneut in den roten Zahlen. Auch die Erklärung der US-Notenbank Fed vom Dienstagabend, den Leitzins voraussichtlich für zwei weitere Jahre auf dem historischen Niedrigst-Niveau zu belassen, konnte die Märkte nicht lange beruhigen.

Nach der schwachen Eröffnung der Wall Street weitete der Dax Chart zeigen seine Kursverluste aus und notierte zum Handelsschluss mit 5,1 Prozent im Minus bei 5613,42 Punkten. Im Tagesvorlauf pendelte das Börsenbarometer in der Spitze um mehr als 500 Punkte. Die Eon-Papiere brachen um 10,98 Prozent auf 13,82 Euro ein. Die Aktien der Commerzbank büßten 7,73 Prozent auf 1,97 Euro ein, dicht gefolgt von denen der Deutschen Bank, die um 7,42 Prozent nachgaben. Der Dow Jones Chart zeigen Industrial in New York rutschte nach seinen deutlichen Vortagsgewinnen zeitweise um 3,3 Prozent ins Minus und damit wieder unter die 11.000-Punkte-Marke.

Auch die meisten europäischen Indizes rauschten tiefer ins Minus: der französische Cac40 verlor bis zu drei Prozent, der italienische Mib bis zu 4,6 Prozent. Der Eurostoxx 50 sackte zeitweise um 6,12 Prozent auf 2153,77 Punkte ab.

Vor allem die Aktienkurse der italienischen und französischen Banken sackten ab: Société Générale Chart zeigen, BNP und die italienischen Institute Unicredit Chart zeigen und Intesa Sanpaolo Chart zeigen weiteten ihre Verluste aus - im Fall der SocGen auf mehr als 20 Prozent. Investoren verkauften ihre Bankaktien trotz Versicherungen von Regierungsvertretern und Rating-Agenturen, dass das französische AAA-Rating nicht in Gefahr ist. Die französische Großbank wies Spekulationen über finanzielle Schwierigkeiten zurück. "Die Bank dementiert kategorisch jegliche Marktgerüchte", sagte erklärte eine SocGen-Sprecherin.

Die Rating-Agenturen Fitch und Moody's bekräftigten unterdessen ihre Bestnoten und einen stabilen Ausblick für Frankreich. Standard & Poor's hatte das schon am Vortag getan. Zuvor waren Gerüchte über eine angebliche Abstufung Frankreichs aufgekommen. Die Regierung in Paris dementierte die Spekulationen als "völlig haltlos".

dis/Reuters/dapd/dpa

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