Nervosität vor Schuldenschnitt Dax rutscht auf tiefsten Stand seit Wochen

Es war kein guter Tag für Börsenhändler: Der Dax hat am Dienstag mit dem bisher größten Tagesverlust in diesem Jahr geschlossen. Die Wall Street verzeichnete die höchsten Verluste seit Dezember. Analysten machten Gerüchte um Griechenland und Sorgen um die Weltkonjunktur für die schlechte Stimmung verantwortlich.

Börse in Frankfurt am Main: Sorge um Griechenland
REUTERS

Börse in Frankfurt am Main: Sorge um Griechenland


Frankfurt am Main - Am dritten Tag in Folge ist der Dax mit einem Verlust aus dem Handel gegangen. Der deutsche Leitindex musste am Dienstag den bisher größten Tagesverlust in diesem Jahr hinnehmen. Zum Börsenschluss stand der Dax Chart zeigen bei 6633 Punkten und lag damit mit 3,4 Prozent im Minus. Das war der niedrigste Schlusskurs seit Anfang Februar.

Die Furcht vor einem Rückschlag beim griechischen Sanierungsplan und einer Eintrübung der weltweiten Konjunktur habe Investoren vom Aktienmarkt ferngehalten, erklärten Analysten. "Wir sehen derzeit eine ausgeprägte Konsolidierung", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Die Unsicherheit darüber, ob sich bis zur Frist am Donnerstagabend genügend private Investoren an der geplanten Umschuldung Griechenlands beteiligen, sei ein großer Unsicherheitsfaktor für die Märkte. Das bekamen vor allem Banken zu spüren. Die Aktie der Commerzbank Chart zeigen brach um 6,7 Prozent ein, das Papier der Deutschen Bank Chart zeigen gab um 5,11 Prozent nach. Auch der Euro Chart zeigen gab nach. Er kostete am Abend 1,31 Dollar.

Sollten sich nicht ausreichend Gläubiger am Schuldenschnitt beteiligen, droht eine ungeordnete Staatspleite. Am Dienstag wurde auch eine dramatische Warnung des Welt-Bankenverbandes IIF bekannt. Demnach könnte eine ungeordnete Staatspleite Kosten von über einer Billion Euro verursachen.

An den Finanzmärkten kursierten Gerüchte, wonach viele private Investoren beim Schuldenschnitt nicht mitmachen. "Da geht die Zitterpartie weiter", sagte ein Händler. Sollten die privaten Gläubiger ihre alten Papiere nicht freiwillig umtauschen, will Griechenland sie dazu per Gesetz zwingen.

Der anhaltend hohe Ölpreis drücke ebenfalls auf die Stimmung, sagte ein anderer Börsianer. Auch in New York rutschte der Leitindex stark ins Minus. Der Dow Jones Chart zeigen fiel um 1,57 Prozent auf 12.759 Punkte - sein Gewinn seit Jahresanfang schmolz auf rund viereinhalb Prozent zusammen. Sowohl der Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P 500 verzeichneten die prozentual höchsten Verluste seit Anfang Dezember vergangenen Jahres.

mmq/bos/dpa/dapd/Reuters

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Liberalitärer 06.03.2012
1. 66 Prozent
Zitat von sysopREUTERSEs war kein guter Tag für Börsenhändler: Der Dax hat am Dienstag mit dem bisher größten Tagesverlust in diesem Jahr geschlossen. Auch der Dow Jones gab nach. Analysten machten Gerüchte um Griechenland und Sorgen um die Weltkonjunktur für die schlechte Stimmung verantwortlich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819750,00.html
Investors Holding 20% of Greek Debt for Swap - Bloomberg (http://www.bloomberg.com/news/2012-03-05/twelve-banks-commit-to-greek-debt-swap-plan-as-deadline-for-approval-looms.html) Ich versuche es noch einmal, 20 Prozent sind nicht viel. Damit sind auch die 66 Prozent in Gefahr und 90 Prozent werden es nie, auch wenn die griechischen Banken und Versicherungen sicherlich zustimmen. Ja, damit droht ein unkontrollierter Default. Ein paar Ausländer haben noch mitgezogen, aber das wird spannend. Das sind auch keine Gerüchte, klappen die 66 Prozent nicht, dann ist Schicht im Schacht - ganz einfach -denn so ist die Rechtslage, weil dann nach griechischem Recht Collective Action Clauses nicht greifen dürfen.
ossimann 06.03.2012
2. und täglich grüsst das Murmeltier
Jetzt wird wieder die Horrorkarte gezogen . Wer die letzte Zeit den Verlauf des DAX´s beobachtet erlebt immer das gleiche Szenario . Wenn man wieder mit Horrorszenarien den Kurs um hunderte Punkte in den Keller analysiert hat kommt wieder die leuchtende Zukunft des unendlichen Wachstums ins Spiel . Da arbeiten doch Kaffesatzleser und Spekulanten Hand in Hand . Ein reeles Abbild der Wirtschaftslage spiegelt der DAX längst nicht mehr wieder , Begründungen für das Auf und Ab der Kurse sind x-beliebig interpretierbar . Es ist was es ist , Spekulation wie in ein Kasino , nur das die Folgen nicht auf den Spieler beschränkt bleiben . Ist ein süchtiger Zocker pleite dann war es , er ist weder "systemrelevant" noch bekommt er für 1% neue Kohle zum weiterzocken . Nach dem die EZB wieder Milliarden Spielgeld verschleudert hat , war man wieder froh das der DAX steigt und nun soll das alles wieder Strohfeuer gewesen sein ? Liebe Politiker , nemmt eure Dollarbrillen ab und begreift endlich das nicht der DAX Kurs den Wohlstand des Volkes bestimmt , wenn die Geldmenge zum Konsumieren sinkt und zum Spekulieren stetig steigt müssten doch irgendwann die Glocken bimmeln oder sind diese auch schon im Rausch der Renditen verklungen ?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.