Streit um Kaffeekapseln Nespresso muss 540.000 Euro an Konkurrenten zahlen 

Niederlage vor Gericht für Nespresso: Der Konzern soll in Frankreich die Produkte der Ethical Coffee Company verunglimpft haben. Deshalb muss der Kaffeekapsel-Marktführer nun 540.000 Euro an den Konkurrenten zahlen.

Maschine bei der Ethical Coffee Company (EEC): Hersteller begrüßt Entscheidung
REUTERS

Maschine bei der Ethical Coffee Company (EEC): Hersteller begrüßt Entscheidung


Hamburg/Paris - Der Streit zwischen den Schweizer Unternehmen Nespresso und Ethical Coffee Company (ECC) beschäftigt seit Jahren die Justiz. Jetzt hat das Pariser Handelsgericht Nespresso für schuldig befunden, in Frankreich unfairen Wettbewerb gegen seinen Konkurrenten betrieben zu haben: Die Richter verurteilten den Konzern zu einer Zahlung von 540.000 Euro.

Nespresso, Tochter des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestlé, habe in seinem "Club" in Frankreich - dem Onlineshop für die Käufer von Nespresso-Kapseln - den Konkurrenten verunglimpft, so das Gericht. In der Öffentlichkeit seien so möglicherweise Zweifel aufgekommen, ob die ECC-Kapseln für Nespresso-Maschinen verwendbar und qualitativ so gut seien wie das Nestlé-Produkt. Außerdem habe der Eindruck entstehen können, die ECC-Kapseln aus Bioplastik seien nicht biologisch abbaubar, wie vom Unternehmen angegeben.

Wegen dieser Verunglimpfung müssen laut dem Urteil Nestlé, Nespresso und Nespresso Frankreich 500.000 Euro zahlen; hinzu kommen 40.000 Euro Anwaltskosten. "Ich freue mich über diese Entscheidung; sie zeigt, dass die Justiz funktioniert", sagte ECC-Chef Jean-Paul Gaillard laut der Nachrichtenagentur AFP. Nestlé Chart zeigen kündigte an, in Berufung zu gehen.

Die Ethical Coffee Company, im April 2008 von Gaillard gegründet, verkauft seine Kapseln unter anderem auch in Deutschland und Österreich. In Frankreich reichte das Unternehmen 2012 Klage gegen Nespresso ein.

Nespresso seinerseits hatte erst im Januar beschlossen, eine Klage gegen ECC zurückzuziehen. Nestlé reagierte damit auf die bisherigen Entscheidungen des Oberlandesgerichts Düsseldorf, das die Forderung von Nespresso zweimal zurückgewiesen hatte, No-Name-Kapseln dürften nur mit dem Hinweis "Nicht geeignet für Nespresso-Maschinen" vertrieben werden.

bos/AFP



insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
genlok 10.06.2014
1. Danke Spon
Endlich kann ich wieder ruhig schlafen.
spon-facebook-10000523851 10.06.2014
2. der ganze
ueberteuerte Plastikpoettchenzirkus sollte verboten werden, und die Verbraucher sollte mal wer fragen "warum der Bloedsinn" ? Weil's ja ach so chic ist ? Besser ist das Zeug ohenhin nicht als herkoemmlich und richtig zubereiteter Kaffee.
snug_de 10.06.2014
3. @genlok
Am Besten bleibst du wohl einfach i Bett.
niska 10.06.2014
4.
Zitat von sysopREUTERSNiederlage vor Gericht für Nespresso: Der Konzern soll in Frankreich die Produkte der Ethical Coffee Company verunglimpft haben. Deshalb muss der Kaffeekapsel-Marktführer nun 540.000 Euro an den Konkurrenten zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/nespresso-muss-540-000-euro-an-konkurrenten-zahlen-a-974396.html
Ich weiss zwar nicht, was Nestle da genau geschrieben hat, nur ist es nunmal Tatsache, dass die Dinger *nicht* mit meiner Pixie-Maschine funktionieren. Da hört sich die Maschine nur ganz fies an als würde sie jederzeit hochgehen, läuft ewig, baut aber keinen Druck auf und es kommt ganz wenig bis kein Kaffee raus. Ich fand die Idee mit abbaubaren Fair-Trade-Kapseln super, habe mir gleich welche gekauft. Jetzt sitz ich immer noch auf den nicht funktionierenden Kapseln rum. Das ist auch nicht besonders 'Bio'... Warum man für das Sagen der Wahrheit so hohe Strafen zahlen muss ist für mich recht unverständlich. Ich hätte es toll gefunden, wenn mich Nestle in Deutschland vor den Kapseln gewarnt hätte.
tobias.x 10.06.2014
5. Bald hat jede Kapsel einen Chip
Zitat von sysopREUTERSNiederlage vor Gericht für Nespresso: Der Konzern soll in Frankreich die Produkte der Ethical Coffee Company verunglimpft haben. Deshalb muss der Kaffeekapsel-Marktführer nun 540.000 Euro an den Konkurrenten zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/nespresso-muss-540-000-euro-an-konkurrenten-zahlen-a-974396.html
Wenn das weiter so geht mit diesem Kaffee-Kapsel-Schwachsinn, dann hat bald jede Kapsel in Tintenpatronen-Art einen Chip aufgeklebt, der natürlich patentiert ist und deshalb von der Konkurrenz nicht nachgebaut werden darf. Problematisch dürften nur die vielen Maschinen sein, die es schon gibt und die auch ohne Chipabfrage funktionieren :-)
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