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27. Juni 2016, 19:02 Uhr

Lebensmittelhersteller

Ein Deutscher führt den Nestlé-Konzern

Chefwechsel beim weltgrößten Lebensmittelhersteller: Paul Bulcke tritt Anfang 2017 bei Nestlé ab, ihm folgt Ulf Schneider. Der Deutsche hat den Dax-Konzern Fresenius zum Erfolg geführt.

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé macht einen Deutschen zum Vorstandschef. Der jetzige Fresenius-Chef Ulf Schneider, 50, übernimmt den Posten zum 1. Januar kommenden Jahres vom Belgier Paul Bulcke.

Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, fange Schneider schon am 1. September bei Nestlé an, teilte das Schweizer Unternehmen mit. Vorgänger Bulcke wiederum soll auf der Hauptversammlung am 6. April 2017 in sein neues Amt als Verwaltungsratschef gewählt werden. Er folgt auf Peter Brabeck-Letmathe, der sich laut Nestlé nicht erneut zur Wahl stellt.

Schneider hatte erst am Wochenende sein Ausscheiden bei Fresenius bekannt gegeben. Schneider, der auch einen US-amerikanischen Pass besitzt, hatte die Geschicke des Unternehmens mehr als 13 Jahre gelenkt und das Geschäft dabei deutlich ausgebaut.

Bislang schaffte es erst ein Externer auf den Chefposten

Nesté und der Dax-Konzern Fresenius sind in weitgehend unterschiedlichen Branchen aktiv. Allerdings verkauft die Fresenius-Tochterfirma Fresenius Kabi AG auch Ernährungsprodukte für Krankenhäuser. Bekannt ist der Dax-Konzern vor allem als größter privater Krankenhausbetreiber in Deutschland und Pharmahersteller.

Als mögliche Kandidaten für den freiwerdenden Chefposten wurden bislang Top-Manager des Konzerns genannt, so etwa die Chinesin Wan Ling Martello, der Franzose Laurent Freixe oder der Amerikaner Chris Johnson. Wan Ling ist Asienchefin, Freixe Amerikachef und Johnson Chef von Nestlé Business Excellence.

Nestlé hatte bisher in seiner Geschichte erst einmal einen externen Kandidaten zum Konzernchef gemacht - und zwar 1922 den Finanzexperten Louis Dapples. Dies geschah, nachdem der Konzern im Jahr davor zum ersten und einzigen Mal einen Jahresverlust geschrieben hatte. Grund dafür war damals die abflauende Nachfrage nach Kondensmilch und Schokolade im Nachgang zum Ersten Weltkrieg.

msc/Reuters/dpa-Afx

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