Lebensmittelhersteller Ein Deutscher führt den Nestlé-Konzern

Chefwechsel beim weltgrößten Lebensmittelhersteller: Paul Bulcke tritt Anfang 2017 bei Nestlé ab, ihm folgt Ulf Schneider. Der Deutsche hat den Dax-Konzern Fresenius zum Erfolg geführt.

Ulf Schneider (r.), sein Nachfolger bei Fresenius, Stephan Sturm (l.)
REUTERS

Ulf Schneider (r.), sein Nachfolger bei Fresenius, Stephan Sturm (l.)


Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé macht einen Deutschen zum Vorstandschef. Der jetzige Fresenius-Chef Ulf Schneider, 50, übernimmt den Posten zum 1. Januar kommenden Jahres vom Belgier Paul Bulcke.

Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, fange Schneider schon am 1. September bei Nestlé an, teilte das Schweizer Unternehmen mit. Vorgänger Bulcke wiederum soll auf der Hauptversammlung am 6. April 2017 in sein neues Amt als Verwaltungsratschef gewählt werden. Er folgt auf Peter Brabeck-Letmathe, der sich laut Nestlé nicht erneut zur Wahl stellt.

Schneider hatte erst am Wochenende sein Ausscheiden bei Fresenius bekannt gegeben. Schneider, der auch einen US-amerikanischen Pass besitzt, hatte die Geschicke des Unternehmens mehr als 13 Jahre gelenkt und das Geschäft dabei deutlich ausgebaut.

Bislang schaffte es erst ein Externer auf den Chefposten

Nesté und der Dax-Konzern Fresenius sind in weitgehend unterschiedlichen Branchen aktiv. Allerdings verkauft die Fresenius-Tochterfirma Fresenius Kabi AG auch Ernährungsprodukte für Krankenhäuser. Bekannt ist der Dax-Konzern vor allem als größter privater Krankenhausbetreiber in Deutschland und Pharmahersteller.

Als mögliche Kandidaten für den freiwerdenden Chefposten wurden bislang Top-Manager des Konzerns genannt, so etwa die Chinesin Wan Ling Martello, der Franzose Laurent Freixe oder der Amerikaner Chris Johnson. Wan Ling ist Asienchefin, Freixe Amerikachef und Johnson Chef von Nestlé Business Excellence.

Nestlé hatte bisher in seiner Geschichte erst einmal einen externen Kandidaten zum Konzernchef gemacht - und zwar 1922 den Finanzexperten Louis Dapples. Dies geschah, nachdem der Konzern im Jahr davor zum ersten und einzigen Mal einen Jahresverlust geschrieben hatte. Grund dafür war damals die abflauende Nachfrage nach Kondensmilch und Schokolade im Nachgang zum Ersten Weltkrieg.

msc/Reuters/dpa-Afx



insgesamt 9 Beiträge
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philosophus 27.06.2016
1. Grösse verpflichtet...aber nicht bei Nestle...
Jawohl, Weltgrösster Lebensmittelhersteller... und von schlechtem Ruf. Hoffentlich der neue Chef tut was dagegen... http://app.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/lebensmittelkonzern-wem-nestle-das-wasser-abgraebt/7782074.html?mwl=ok
allessuper 27.06.2016
2. Nestlé..
von sehr schlechtem Ruf. Verunreinigtes Babymilchpulver, das gierige Geschäft mit Wasser oder umweltschädliche Nespresso-Kapseln, verunreinigtes Maggi-Pulver, die sind sich für niiix zu schade. und der neue Chef damit auch nicht.
achterhoeker 27.06.2016
3. Ja und?
Dann werden weiterhin die Produkte des Kraken ignoriert. Das Problem dabei: Mio. uninteressierte Konsumenten. Beispiel USA: Dort raubt diese Firma Wasser und verkauft es unter dem Namen Poland. Und in der Schweiz verkauft Aldi Wasser aus Italien. Die Welt ist verrückt. Pardon, die Konsumenten.
allessuper 27.06.2016
4. Nestlé..
Und: den größten Image-Crash verursachte der frühere Firmenlenker selbst. In einem Interview hatte Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe davon gesprochen, dass Wasser eben kein öffentliches Gut und der Zugang zu Wasser eben kein Menschenrecht sei, sondern Wasser einen Marktwert habe. Die Äußerung sorgte weltweit für Empörung, denn Nestlé verdient sehr gut an dem Geschäft mit dem Wasser - die Schweizer sind Marktführer für in Flaschen abgefülltes Trinkwasser. Um in dem Segment zu wachsen, hat Nestlé weltweit Wasserrechte (auch in sehr trockenen Regionen) gekauft und steht dafür am Pranger. Der Dokumentarfilm "Bottled life" beleuchtet die Geschäftspraktiken des Unternehmens.
philosophus 27.06.2016
5. @ 2. allessuper
So ist es. Die Biografie des neuen Chefs zeigt, wohin die Post gehen wird. "Der Deutsche hat den Dax-Konzern Fresenius zum Erfolg geführt."... Eine LEBENSmittelfirma hat eigentlich die Aufgabe, hochwertige LEBENSmittel zu vermarkten und treu daran zu bleiben. Aber nicht Dax Konzerne zum Erfolg zu führen, mit allen möglichen (und unmöglichen) Mitteln...
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