Neue Strategie nach Hedgefonds-Einstieg Nestlé folgt aggressivem Investor

Gerade erst stieg der Hedgefonds Third Point bei Nestlé ein - und schon verkündet der Lebensmittelkonzern eine neue Strategie. Offenbar hat der Investor das Unternehmen erfolgreich unter Druck gesetzt.
Der Schweizer Firmensitz von Nestlé

Der Schweizer Firmensitz von Nestlé

Foto: Laurent Gillieron/ dpa

Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé   hat nach dem Einstieg des aggressiven Investors Daniel Loeb seine Pläne für die künftige Ausrichtung vorgestellt. Sie dürften Loeb gefallen.

Der von dem 55-jährigen Amerikaner geführte Hedgefonds Third Point fordert von Nestlé unter anderem den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung - und damit verbunden großangelegte Aktienrückkäufe.

Genau dazu scheint es nun zu kommen: Bereits einen Tag nach Bekanntwerden des Loeb-Einstiegs hat Nestlé nun ein milliardenschweres Rückkaufprogramm ab 4. Juli angekündigt. Bis Ende Juni 2020 will der Schweizer Konzern nach eigenen Angaben eigene Titel im Wert von bis zu 20 Milliarden Franken erwerben.

Der Hedgefonds Third Point hatte rund 3,5 Milliarden Dollar in circa 40 Millionen Nestlé-Aktien investiert. Damit hält er rund 1,25 Prozent an dem Schweizer Unternehmen. Aktivistische Investoren wie er sind dafür bekannt, öffentlich Druck auf die Unternehmensführung auszuüben, um mehr Wert für die Aktionäre zu schaffen.

Dennoch verfolgt das Unternehmen laut einer Mitteilung eine ausgewogene Strategie zwischen dem Wachstum beim Gewinn je Aktie, wettbewerbsfähigen Aktionärsrenditen und der Flexibilität für Übernahmen.

Künftig sollten Investitionen besonders auf den Ausbau jener Nahrungs- und Getränkekategorien konzentriert werden, die ein hohes Wachstum aufweisen, wie Kaffee, Produkte für Heimtiere, Säuglingsnahrung und Wasserprodukte. Zugleich liege der Fokus auf Regionen mit hohem Wachstum.

Nach dem Bekanntwerden von Loebs Engagement waren die Nestlé-Papiere an der Börse auf ein Rekordhoch von 86 Franken gestiegen. Am Dienstag gaben sie um 1,6 Prozent auf 84,50 Franken nach.

Loebs Hedgefonds war bisher vor allem für Investitionen in amerikanische und japanische Firmen wie Yahoo   oder Sony   bekannt. In einem Brief an seine Anleger von Ende April hatte der Investor aber bereits angekündigt, dass er nach Investitionsmöglichkeiten in Europa Ausschau hält.

apr/dpa-AFX
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